Donnerstag, den 20. September 2018

Tariflohnerhöhungen im 2. Quartal 2018 um 2,2%

Arbeitsmarkt


Die Tariflohnbeschäftigten erhielten im zweiten Quartal 2018 im Schnitt um 2,2 Prozent mehr Lohn. Angesichts der Inflation und der „Kalten Progression“ kein Grund zum Jubel.

Inflation überschattet die Tariflohnanhebungen

Vorsorge

Inflation frisst Tariflohnerhöhung auf

Die Arbeitnehmer mit einem Tariflohn hatten im zweiten Quartal 2018 mehr (Brutto-) Lohn als ein Jahr zuvor. Die Tarifverdienste im Bundesgebiet stiegen auf Jahressicht um 2,0 Prozent an, so die Statistikeinrichtung Destatis am Mittwoch. Würden die Sonderzahlungen nicht berücksichtigt, so lägen die Löhne um 2,2 Prozent höher.

Der Durchschnittswert sagt jedoch sehr wenig über die Tarifanhebungen mit Blick auf die einzelnen Branchen aus. So erhielten die Arbeitnehmer im den Sparten Erholung, Kunst und Unterhaltung um 0,6 Prozent mehr Gehalt. Bei den Finanz- und Versicherungsdienstleistungen fiel die Anhebung um lediglich +0,8 Prozent aus. Beschäftigte in der Öffentlichen Verwaltung, Sozialversicherung und Verteidigung hatten im zweiten Quartal 2018 um 0,9 Prozent mehr Lohn auf der Bruttoseite stehen. Über dem Durchschnitt lag das Gastgewerbe mit +3,3 Prozent, das Verarbeitende Gewerbe mit +3,7 Prozent und das Baugewerbe mit + 5,1 Prozent. In den Branchen Entsorgung und Wasserversorgung blieben die Tariflöhne auf gleicher Höhe.

Abzüglich der im gleichen Zeitraum um 2,0 Prozent gestiegenen Preise bleibt den Tarifbeschäftigten im Schnitt real lediglich um 0,2 Prozent mehr auf dem Lohnzettel und dies noch vor dem Abzug der Lohnsteuer. Auf der Netto-Seite kann aufgrund der Steuerprogression durchaus ein reales Minus stehen („Kalte Progression“). Für die Tarifbeschäftigten mit einer Lohnanhebung um weniger als 2 Prozent gilt dies ohnehin.




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