Mittwoch, den 14. November 2018

Sondereffekte: BIP im 3. Quartal voraussichtlich -0,3 %

Konjunktur


Die deutsche Wirtschaft hat nach Einschätzung des ifw im dritten Quartal 2018 ein paar Federn lassen müssen. Negative Sondereffekte dürften das BIP um -0,3 Prozent gedrückt haben.

BIP Schrumpfung

Sondereffekte haben deutsche Wirtschaftsleistung voraussichtlich geschwächt

Produktionsrückgänge bei der Automobilindustrie

Das dritte Quartal 2018 wird für die deutsche Wirtschaft voraussichtlich mit einem Minus abschließen. Das Institut für Weltwirtschaft Kiel (ifw) prognostiziert für die Monate Juli bis September 2018 einen Rückschritt des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um etwa 0,3 Prozent. Das Institut berechnete diesen Rückschritt anhand der vorläufigen Schnellschätzung der europäischen Statistikeinrichtung Eurostat und bisher nicht veröffentlichte Daten zum deutschen BIP. Eurostat geht von einem Wirtschaftswachstum von 0,16 Prozent innerhalb der Eurozone aus.

Ausschlaggebend für den Rückschritt der Wirtschaftsleistung seien demnach die Produktionsrückgänge bei der deutschen Automobilindustrie. Bremsend wirkte sich vor allem die Einführung des neuen Prüfstandards WLTP zur Bestimmung von Verbrauchs- und Emissionswerten bei Pkw aus.

Verwertbare Anhaltspunkte seien lt. ifw die preis- und saisonbereinigten Wirtschaftzuwächse der Mitgliedsländer Österreich (+0,4 %), Belgien, (+0,4 %), Spanien (+0,6 %), Italien (0,0 %) und Frankreich (+0,4 %). Deren Wirtschaftszonen repräsentierten mehr als die Hälfte der Wirtschaftsleistung des Euroraums. Sollte nun Niederland ein BIP-Plus von 0,4 Prozent vorweisen können, ergebe sich daraus ein Rückgang um rund 0,3 Prozent für die deutsche Wirtschaft.

Automobilindustrie hat Einführung WLTP verschlafen

Seit September gilt für die Automobilhersteller der neue Prüfstandard WLTP (Worldwide Harmonised Light-Duty Vehicles Test Procedure). Damit soll ein weltweit einheitlicher Standard für Abgas- und Verbrauchswerte bei Pkws gelten. Da die deutschen Automobilhersteller diesen Standard nicht rechtzeitig vollständig umsetzten, mussten für einig Modelle die Produktionen gedrosselt werden, so ifw.

Als weiteren Grund für den wirtschaftlichen Rückschritt im dritten Quartal sehen die Analysten die aufgrund niedriger Pegelstände in den Flüssen eingetretenen Transportprobleme in der Binnenschifffahrt.

Drittes Quartal 2018 durch Sondereffekte negativ beeinflusst

Rückschlüsse auf einen grundlegenden Trend in der wirtschaftlichen Entwicklung lassen sich lt. dem Institut jedoch nicht ziehen. Vielmehr handelte es sich im dritten Quartal um negativ einwirkende Sondereffekte. Unterm Strich werden die Auftragsbestände voraussichtlich weiter zunehmen. ifw rechnet im vierten Quartal 2018 mit einem deutlichen Anstieg der Wirtschaftsleistung.



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