Donnerstag, den 19. Juli 2018

Schwebt Bankenlobby-Chef eine EU-Superbank vor?

Banken-Kartell


Dem Präsidenten der deutschen Banken-Lobby schwebt offenbar eine EU-überspannende Großbank vor. Er plädiert für das Fusionieren der Kreditinstitute der verschiedenen Mitgliedsländer.

Soll eine „EU-Superbank“ eingeführt werden?

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EU-Banken sollen miteinander verschmelzen

Der Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken, Hans-Walter Peters, plädiert für den paneuropäischen Zusammenschluss unter Banken. Die globale Aufstellung eines schlagkräftigen Bankenhauses in Europa sei eine sinnvolle Idee. „Voraussetzung ist aber, dass sich die Bankenmärkte in Deutschland, Frankreich und anderen Ländern für solche grenzüberschreitenden Banken-Fusion öffnen“, so Peters zum Handelsblatt (Donnerstagsausgabe).

Den Banken bleibe „kaum noch Luft zum Atmen“, so der Verbandspräsident. Die Europäische Zentralbank (EZB) müsse daher aus ihrer ultralockeren Geldpolitik aussteigen. Für das Festhalten am negativen Einlagezins und dem massiven Ankauf von Bonds gebe es bei einer Inflationsrate von etwas unter zwei Prozent keinen Grund mehr. Die EZB müsse daher unbedingt die Strafsteuer für Banken beenden, oder mindestens einen Freibetrag einführen. Peters nannte Japan und Schweiz als Beispiele. Die Belastungen von mehreren Milliarden Euro könnten somit auf einen Schlag beseitigt werden, so Peters.

Als wenn die Banken nicht schon eng genug verknüpft seien

Offenbar ist dem Präsidenten des Bundesverbandes deutscher Banken die im Jahr 2012 von ETH Zürich erstellte Studie nicht geläufig. Demnach sind die Banken ohnehin schon derart eng miteinander vernetzt, dass sie zusammen nicht nur ein einziges Kartell bildeten, sondern aufgrund der Rekapitalisierungsmaßnahmen noch enger zusammen rückten.

Sollte einer der international agierenden Großbanken bzw. Finanzinstitute ins Wanken geraten, so ist die Rettung durch die Notenbank (also am Ende Steuerzahler) gewiß. Aufgrund der engmaschigen Verknüpfung der Banken untereinander bestehe die Gefahr, dass das Kippen einer einzigen auch kleinen Bank zu einer Kettenreaktion und somit zu einem großen Crash führen könnte.

Die Kreditinstitute haben sich somit ihr eigenes Umfeld geschaffen, um auf jeden Fall „too big too fail“ zu sein.




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