Sanktions-Politik gegen Russland: Millionen-Schaden für Deutschlands Bauern

Mittwoch, den 15. August 2018

Sanktions-Politik gegen Russland: Millionen-Schaden für Deutschlands Bauern

Sanktionspolitik


Die herben Umsatzeinbrüche dank der von der Bundesregierung unterstützten EU-Sanktions-Politik beschränken sich nicht nur auf die viel beachtete Industrie. Deutschlands Bauern mussten wegen Strafmaßnahmen gegen Moskau und den Gegen-Sanktionen rund 600 Millionen Verlust erleiden.

Kartoffeln

Der Schaden an der deutschen Landwirtschaft findet weniger Beachtung als die Einbrüche der Industrie

Einbrechende Preise bringen Bauern in Bedrängnis

Die von der Bundesregierung unterstützten und bis heute verteidigten Sanktionen gegen Russland bescherten der deutschen Industrie herbe Umsatzeinbrüche. Im Durchschnitt schrumpfte der Export für die russischen Märkte um ca. 20 Prozent. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) rechnet mit weiteren 15 Prozent Export-Rückgang im Jahr 2015.

Das Weltunternehmen Siemens erlitt seit der Verhängung der Russland-Sanktionen einen Umsatzrückgang um rund die Hälfte, so Konzern-Chef Joe Kaeser gegenüber Bild am Sonntag.

Nach der ersten Sanktions-Welle der EU gegen Moskau reagierte Russland mit entsprechenden Gegenmaßnahmen, die vor allem dem landwirtschaftlichen Zweig einen herben Schlag versetzte. Der Import-Verbot von Erzeugnissen aus der Agrarwirtschaft ließ die Umsätze der Bauern einbrechen. Vor allem Obstbauern fürchten um ihre Existenz., die Preise vor allem für Obst fielen in den Keller.

Inzwischen kann der im Jahr 2014 durch den Sanktions-Schlagabtausch angerichtete Schaden an die deutsche Landwirtschaft beziffert werden. Der Deutsche Bauernverband nannte einen Verlust in Höhe von 600 Millionen Euro für die deutschen Bauern. Die in Deutschland erzeugte Milch sei um bis zu vier Cent pro Liter billiger geworden, so der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, zur Deutschen Welle (DW). Das Kilo Schweinefleisch kostete demnach seit den Sanktionswellen um rund 1,4 Euro pro Kilo weniger.

Deutschlands Apfelbauern seien noch mit einem „blauen Auge“ davongekommen. Der bisherige Export von Äpfeln nach Russland sei mit rund 25.000 Tonnen pro Jahr nicht sehr umfangreich gewesen. Dafür erlitten die polnischen Bauern mit einem Volumen von bis zu 600.000 Tonnen Äpfeln pro Jahr einen herben Rückschlag. Das von Moskau verhängte Import-Verbot jeglicher Landwirtschaftlicher Erzeugnisse leitete die polnischen Äpfel direkt auf den EU-Markt um. Die Flut ließ die Apfelpreise förmlich einbrechen.




Bild: CC0 1.0 Universell
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