Quartal II 2018: Schuldenquote EU & Eurozone gesunken

EU-Dilemma-


Im zweiten Quartal 2018 sank die durchschnittliche Schuldenquote aller Mitgliedsländer der Eurozone sowie in der EU.

Bis Maastricht sind es mindestens noch 21 Punkte

EU-Werte
Schuldenquote weit über Maastricht-Vorgabe

Die durchschnittlichen öffentlichen Schulden der Euro-Mitgliedsländer sank im zweiten Quartal 2018 auf 86,3 Prozent. Gegenüber dem Stand Ende erstes Quartal sank die Schuldenquote um 0,6 Prozentpunkte, wie die europäische Statistikeinrichtung Eurostat am Dienstag meldete. Im gleichen Zeitraum sank die Schuldenquote der EU-Mitgliedsländer um 0,5 Punkte auf 81,0 Prozent. Ein Jahr zuvor lag die Quote der öffentlichen Schulden bei 89,2 Prozent in der Eurozone sowie 83,4 Prozent in der EU.

Die höchsten Schuldenquoten hatten Ende zweites Quartal 2018 die Mitgliedsländer Portugal (124,9 %), Italien (133,1 %) und Griechenland (179,7 %). Die niedrigsten Schuldenquote hatten Bulgarien (23,8 %), Luxemburg (22,0 %) und Estland (8,3 %).

Zur Erinnerung: Die Maastricht Kriterien

Die für die Europäische Union in Maastricht vereinbarte Regelung zu den Haushalten der Mitgliedsländer behinhaltet u.a. die maximale Schuldenquote sowie die maximale jährliche Neuverschuldung:

  • Die gesamten Schulden dürfen 60% des BIP nicht übersteigen
  • Die jährliche Neuverschuldung daf 3% des BIP nicht übersteigen

Wenn ein Mitgliedsland gegen die Maastricht-Kriterien verstößt, kann Brüssel entsprechende Sanktionen verhängen. Dazu zählt u.a. eine Geldstrafe bis 0,5 Prozent des BIP. Die Bundesrepublik war übrigens das erste EU-Mitliedsland, dass die 60 Prozent-Marke zu den Gesamtschulden überschritt. Die damalige Rot-Grüne Regierung wurde lediglich „gerügt“ und zur „Besserung“ ermuntert.

Gegenwärtig stehen die Streitigkeiten zwischen Italien und Brüssel zur geplanten Neuverschuldung Roms in den Schlagzeilen. Ein hin und her, ohne jedoch explizit auf die Einhaltung der Maastricht-Kriterien zu pochen. Angesichts der Schuldenquote des als „offiziell“ geretteten Griechenlands auch kein Wunder.


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