Donnerstag, den 19. Juli 2018

Nahles-Integrationsprogramm FIM ist ein Flop

Migrationskrise


Das von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles initiierte Integrationsprogramm FIM für Migranten und Flüchtlinge ist offenbar ein Flop. Der Löwenanteil des zugewiesenen Budget soll nun der Verwaltung der Jobcenter zufließen.

Jobcenter erhalten Löwenanteil aus FIM

Jobcenter

240 Millionen Euro zusätzlich für Jobcenter-Verwaltung

Aus der einst ambitioniert wirkenden Maßnahme der Integration von Flüchtlingen und Migranten in den deutschen Arbeitsmarkt wird wohl nichts werden. Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) setzte im Juli 2016 auf die Schaffung von 100.000 Mini-Jobs für Zugewanderte, damit sie möglichst früh erleben, „wie der Arbeitsalltag bei uns aussieht“.

Diese erweiterte an der Mindestlohn-Regelung vorbeigehende Initiative mit der Bezeichnung „Flüchtlingsintegrationsmaßnahme“ (FIM) der Bundesregierung ist wohl geplatzt. 300 Millionen Euro jährlich seien dem Programm zwischen den Jahren 2017 bis 2019 zugeflossen. Nun zeigt sich lt. Süddeutsche Zeitung (Donnerstag), dass davon das meiste Geld gar nicht gebraucht werde, weil die 100.000 Jobs wohl nur ein Konstrukt der Fantasie bleiben werden.

Lt. Bundesarbeitsministerium wurden demnach bis Ende März 2017 knapp 25.000 Stellen beantragt. Wie viele Mini-Jobs tatsächlich besetzt wurden, sei nicht ersichtlich. Das nun überschüssige Budget von rund 1 Milliarde Euro (inkl. 2016) soll nun den Jobcentern zur Verfügung gestellt werden. Dieser Schritt gehe lt. der Zeitung aus einem Schreiben von Staatssekretär Thorben Albrecht an die zuständigen Ministerien in den 16 Bundesländern hervor.

Ab 2018 sollen 240 Millionen Euro aus dem Mini-Job-Programm für Migranten und Flüchtlinge der Jobcenter-Verwaltung zufließen. Für das einst ambitionierte Integrationsprogramm stehen letztendlich nur noch 60 Millionen Euro zur Verfügung.




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