Donnerstag, den 20. September 2018

Mythos Fachkräftemangel – Löhne noch mehr drücken

Arbeitsmarkt


Mit dem sog. Fachkräftemangel handelte es sich um einen Mythos. Ziel sei es, die Löhne des ohnehin schon vorliegenden Niedriglohnsektors noch weiter zu drücken.

Beschwerden über Fachkräftemangel hat Methode

Entlassungen

Lohndrückerei statt Fachkräftemangel

Mit dem Gerede über den sog. Fachkräftemangel im deutschen Arbeitsmarkt handelt es sich offenbar um einen Mythos. Aus Sicht der Unternehmen mag es tatsächlich einen Mangel an Fachkräften geben, aber dies ist nur eine logische Konsequenz aus der mangelnden Bereitschaft, für Fachwissen auch eine angemessene Vergütung anzubieten.

Wirtschaftswissenschaftler des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung (WSI) halten die Beschwerden der Wirtschaftsverbände über eine Zunahme beim Fachkräftemangel für übertrieben. So bezifferte u.a. der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DHIK) die Anzahl der nicht besetzbaren Stellen mit aktuell 1,6 Millionen. Diese Angabe sei lt. WSI überhöht und nicht aussagekräftig, wie die Welt berichtete. Nicht ein Mangel an Arbeitskräften sei das Problem, sondern vielmehr die Bereitschaft der Unternehmen, auch angemessene Gehälter zu bezahlen.

Diese Klagen verfolgten lediglich das Ziel, die steigenden Arbeitskosten „im deutschen Niedriglohnsektor zu dämpfen“, so Eric Seils, Autor der aktuellen WSI-Studie. Das gehe besonders dadurch hervor, dass der DIHK vor allem den Arbeitskraftmangel im Sicherheits- und Gastgewerbe und sogar in der Leiharbeit beklage. Dies seien lt. Seils die Branchen mit typischem Niedriglohn, in denen „weit unterdurchschnittliche Anforderungen an die Qualifikationen gestellt werden“. Es sei daher sehr unwahrscheinlich, dass es ausgerechnet in diesen Branchen einen Mangel an Arbeitskräften geben solle.

Die Zahl der offenen Stellen bei diesen Unternehmen liege an den schlechten Vergütungen sowie dem häufigen Personalwechsel. Die Unternehmen seien allerdings dazu geneigt, die nicht besetzten Arbeitsplätze als einen Fachkräftemangel zu bezeichnen.




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