Mittwoch, den 14. November 2018

Italiener wird SSM-Chef – Wird in Eurozone wieder gemauschelt?

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Der Posten des Bankenaufsehers der Eurozone wird im kommenden Jahr 2019 vom Italiener Andrea Enria besetzt. Der EZB-Rat entschied sich für den derzeitigen obersten Bankenwächter der EU anstatt für die Irin Sharon Donnery. In Zeiten der wankenden Banken Italiens ein interessanter Aspekt.

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Wird mit der Besetzung des SSM-Chefs in Eurozone erneut gemauschelt?

Ein Interessenskonflikt liegt nahe

Mit Mario Draghi als EZB-Chef ist bereits ein Italiener der oberste Währungshüter in der Eurozone. Ein Sprößling aus der Riege Goldman Sachs. Am Mittwoch wurde der Italiener Andrea Enria als der kommende oberste Bankenaufseher für die Eurozone auserkoren. Die Bankenaufsicht ist bei der EZB (Single Supervisory Mechanism, SSM) angesiedelt und die Entscheidung für die Nachfolge der noch amtierenden Aufsichts-Chefin Danièle Nouy (Französin) wurde von der EZB getroffen. Als weiterer Kandidat für den Posten des Bankenaufsehers stand noch die Irin Sharon Donnery.

Wenn der EZB-Rat, dessen Chef ein Italiener ist, in einer geheimen Wahl einen Italiener als neuen Bankenaufseher beauftragt, während in Italien die Großbanken am Umfallen sind, dann drängt sich die Frage auf, ob da nicht wenigstens ein wenig Kalkül dahinter stecken könnte. Italiens Banken sind immerhin prall gefüllt mit faulen Krediten.

Andrea Enria ist kein unbeschriebenes Blatt. Seit 2011 leitet er die Europäische Bankenaufsicht (EBA) mit Sitz in London. In den Jahren 1999 und 2004 war Enria bereits für die EZB tätig. In den Jahren zuvor arbeitete der künftige Bankenaufseher der Eurozone für die italienische Notenbank Banca d’Italia.

Andrea Enria wird seinen Posten als oberster Eurozonen Bankenaufseher am 01. Januar 2019 antreten. Die Zeit des EZB-Chefs Mario Draghi ist dagegen abgelaufen.

In der Rolle als EU-Bankenaufseher plädierte Enria für die Abwicklung von maroden Banken innerhalb der EU. Nach seiner Ansicht sind in Europa bisher zu wenig Banken abgewickelt worden. „Die Regierung neigten dazu, ihre nationalen Banken im Markt zu halten und das hat den Reparaturprozess verlangsamt“.(18.11.2013).

Ein Interessenskonflikt liegt nahe, ist aber nicht zwingend. Nach Griechenland und Zypern könnte Italien folgen. Doch eine Premiere wäre die Behandlung der seit Jahren andauernden Bankenkrise zum Vorteil der Steuerzahler und (Klein-) Anleger.


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