Donnerstag, den 19. Juli 2018

ifo Institut schätzt Wachstum 2018/2019 völlig neu ein

Konjunktur


Die Wirtschaft im Bundesgebiet läuft nicht so rund wie vom Münchner ifo Institut im Frühjahr 2018 angenommen. Die Prognosen für das laufende und kommende Jahr wurden deutlich nach unten korrigiert.

Bisherige Prognosen von Realität überholt

Geistesblitz

Weitsicht gilt nur bei statischem Umfeld

Wieder einmal holte die Realität die einst aufgestellten Prognosen ein. Das Münchner ifo Institut hat die im Frühjahr 2018 aufgestellte „Weitsicht“ zum Wirtschaftswachstum im Bundesgebiet deutlich nach unten korrigiert. In dieser Revisions-Runde legte das Institut keine Pinzette zur Feinjustierung, sondern gleich einen Schraubenschlüssel an. Statt der bisherigen Erwartung auf ein Wirtschaftswachstum von 2,6 Prozent, sieht das ifo Institut nun für das Jahr 2018 ein Wirtschaftsplus von nur noch 1,8 Prozent.

Damit die deutlich abwärts korrigierte Prognose nahtlos ins nächste Jahr übergehen kann, reduzierte ifo die Einschätzung des Wirtschaftswachstums in 2019 um 0,3 Punkte auf 1,8 Prozent. „Die Wirtschaft hat sich in den ersten Monaten des Jahres deutlich schlechter entwickelt als gedacht. Das ifo Geschäftsklima ist zurückgegangen und die weltwirtschaftlichen Risiken haben deutlich zugenommen. Am deutschen Konjunkturhimmel brauen sich derzeit kräftige Gewitterwolken zusammen“, so ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. Der Aufschwung werde sich weiter fortsetzen, jedoch in einem geringeren Tempo.

Nach wie vor schätzt das Münchner Institut ein weiteres Absinken der Arbeitslosenzahl ein. Die Zahl der Arbeitslosen werde lt. ifo von 2,5 Millionen im Jahr 2017 auf 2,3 Millionen bis Ende 2018 und auf 2,2 Millionen im nächsten Jahr absinken. Die Arbeitslosenquote fiele somit von 5,7 Prozent zum Ende 2017 auf 4,9 Prozent im Jahr 2019 ab. Gleichzeitig steige die Zahl der Erwerbstätigen von 44,3 Millionen im letzten Jahr auf 44,8 Millionen bis Ende 2018. Im Laufe des kommenden Jahres werde die Erwerbstätigenzahl auf 45,2 Millionen ansteigen.

Für den Bund werde der Haushaltsüberschuss Ende 2018 bei 38,0 Milliarden und Ende 2019 bei 37,7 Milliarden Euro liegen. Der Außenhandelsüberschuss steige nur leicht von 267 Milliarden Euro im laufenden Jahr auf 268 Milliarden Euro im kommenden Jahr. Damit sinke die Quote im Bezug zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 7,9 auf 7,6 Prozent.


Die Prognosen gelten wie immer nur so lange, bis sich am Umfeld „etwas ändert“.




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