Mittwoch, den 14. November 2018

ifo-Index Euroraum: Experten deutlich pessimistischer

Konjunktur


Die Wirtschaftsexperten im Euroraum scheinen sich einig darin zu sein, dass es in absehbarer Zukunft zu einem Abschwung kommen könnte. Der ifo-Index für die Eurozone ist deutlich gesunken.

Euroabschwung

Die Wirtschaft in der Eurozone gerät abermals ins Stottern

Lage und Aussicht in Italien deutlich pessimistischer eingeschätzt

Keine guten Aussichten für den Wirtschaftsraum Eurozone, zumindest aus der Sicht der vom Münchner ifo Institut befragten Wirtschaftsexperten. Die Antworten resultierten in einem deutlich gesunkenen ifo Wirtschaftsklima von vormals 19,6 auf 6,6 Punkte. Lt. ifo der niedrigste Wert seit Mitte 2016. Die Punkte wurden nach unten gedrückt von der Anpassung der ehemaligen Aussichten an die Realität und somit durch die aktuelle Lagebeschreibung sowie die erneut aufgestellten Prognosen für die nähere Zukunft.

Es wird rauher zugehen in der Eurozone, so das ifo Institut. Besonders starke Einbrüche gab es demnach in Spanien und Italien. Gegenüber dem vorangegangenen Quartal fielen in Spanien die Erwartungen deutlich pessimistischer aus. Die befragten Experten schätzten die derzeitige Lage jedoch beinahe unverändert ein. In Italien sind dagegen Erwartungen und aktuelle Lageeinschätzung nach unten korrigiert worden. Nach wie vor guter Laune seien die Wirtschaftsexperten in Frankreich und in der Bundesrepublik. Der jeweilige ifo-Index blieb für die aktuelle Lagebeschreibung wie auch für den Blick in die Zukunft fast unverändert. In den Niederlanden ist die Stimmung sogar noch etwas gehobener als im Vorquartal.

Die Exporterwartungen für die Eurozone wurden abgesenkt. Hauptsächlicher Grund seien die zu erwartenden erhöhten Handelseinschränkungen. Dazu kommt noch die Erwartung ansteigender Zinsen binnen der nächsten sechs Monate und den einhergehenden Aufstieg des US-Dollars. Für den Euroraum schätzen die Experten für das Jahr 2018 eine Inflationsrate von 1,8 Prozent ein und hebten damit ihre vorangegangene Voraussicht um 0,1 Punkte an.

Dazu hatten die Experten eine Botschaft für die Politik in Brüssel sowie die Hauptstädte der Mitgliedsländer: Das Vertrauen in die Wirtschaftspolitik schwindet weiter.



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