IAB verzeichnet Rekord bei geleisteten Arbeitsstunden

Arbeitsmarkt –


Seit dem Beginn der Aufzeichnung der Arbeitsstunden durch IAB wurde noch nie so viel gearbeitet wie im dritten Quartal 2018. Die Arbeitnehmer leisteten in den drei Monaten insg. 15,64 Mrd. Stunden.

Arbeitszeit

Mehr Arbeitsstunden, weniger Freizeit – Neuer Rekord im 3. Quartal 2018

Die Erwerbstätigenzahl kletterte auf über 45 Millionen Arbeitnehmer

Die Arbeitnehmer in der Bundesrepublik leisten immer mehr Arbeitsstunden. Das im dritten Quartal 2018 erreichte Arbeitsvolumen stellte lt. dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) mit 15,64 Milliarden Stunden einen neuen Rekord ein. Gegenüber dem Vorquartal leisteten die Arbeitnehmer somit um rund 1,4 Prozent mehr Arbeitsstunden. Seit dem Beginn der von der IAB vorgenommenen Erfassung im Jahr 1991 wurde noch nie so viel gearbeitet.

Angestiegen sei auch im dritten Quartal 2018 die Erwerbstätigenzahl gegenüber dem gleichen Quartal im Vorjahr um 1,3 Prozent. Ende September gingen demnach über 45 Millionen Menschen einer Beschäftigung nach. Ein Plus um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal (kalender- und saisonbereinigt).

Produktivität ging im dritten Quartal 2018 zurück

Bei steigendem Arbeitsvolumen und zunehmender Beschäftigtenzahl ging lt. IAB die Produktivität jedoch um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal zurück. „Während es beim Einsatz von Arbeit einen Rekord nach dem anderen gibt, bleibt die Entwicklung der Produktivität je eingesetzter Stunde schwach“, so der Leiter des IAB-Forschungsbereichs Enzo Weber. Ein auf Beschäftigungsausweitung basierendes gesamtwirtschaftliches Geschäftsmodell werde mit der „demografischen Schrumpfung“ nicht mehr funktionieren. Erforderlich seien Jobs mit „Klasse statt Masse“, so der Forschungs-Leiter.

Gerade bei den gering bezahlten Beschäftigungen seien intensivere Investitionen in die Weiterbildung sowie eine bessere berufliche Entwicklungsmöglichkeit notwendig.

Jeder Erwerbstätige leistete 347,4 Std. Arbeit

Im dritten Quartal leistete jeder Erwerbstätige im Durchschnitt 347,4 Stunden. Ein Zuwachs um 0,2 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum im Vorjahr und auf gleicher Höhe wie im Quartal zuvor. Die Zahl der Vollzeitbeschäftigten nahm stärker zu als die Zahl der Teilzeitbeschäftigten. Deshalb sank die Teilzeitquote gegenüber dem dritten Quartal 2017 um 0,1 Prozentpunkte auf 39,2 Prozent ab.

Da die Zahl der Vollzeitbeschäftigten (+1,7 %) stärker zunahm als die Zahl der Teilzeitbeschäftigten (+1,4 %), ist die Teilzeitquote gegenüber dem Vorjahresquartal um 0,1 Prozentpunkte auf 39,2 Prozent zurückgegangen. Während die Zahl der unbezahlten Überstunden um 0,4 Stunden auf 6,0 Stunden zurückging, stieg die Zahl der bezahlten Überstunden gegenüber dem Vorjahresquartal um 0,1 auf 7,4 Stunden an.

Arbeitszeit rauf, Produktivität runter und die Löhne gleich mit

Es liegt auf der Hand. Eine hohe Beschäftigtenzahl, bzw. eine niedrige Arbeitslosenquote macht in der Statistik was her. Je mehr die Bundesregierung darum bemüht ist, den „boomenden Arbeitsmarkt“ als Errungenschaft ihrer glänzenden Politik hervorzuheben, desto anstrengender wird das Vertuschen der steigenden Armut im Bundesgebiet aufgrund zu niedriger Löhne und stets steigender Preise. Um zu verstehen, dass mehr Arbeitnehmer mit immer mehr leistenden Arbeitsstunden und eine schrumpfende Produktivität zu einer geringeren Entlohnung führen muss, braucht es kein besonderes Studium.


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