Dienstag, den 19. Juni 2018

Griechenlandkrise: IWF findet zur Realität zurück

Griechenlandkrise


Der Internationale Währungsfonds (IWF) findet offenbar zur Realität zurück. Der Fonds erkennt die Aussichtslosigkeit für Griechenland, den Schuldenberg jemals abtragen zu können.

Griechenland: Ein ausgeplünderte Kreditnehmer

Griechenland Fahne

Auferlegte Schulden sind nicht tragbar

Dem einstiegen Mitglied der sog. Troika dämmert es inzwischen, dass die vermeintlichen Rettungsaktionen für Griechenland allesamt in ein Desaster endeten. Bräche man die vom Internationalen Währungsfonds, zusammen mit der Eurogruppe und der Europäischen Zentralbank (EZB) angesetzten Aktionen auf das Level eines kleinen Unternehmens herunter, wird auch für den „Nicht-Ökonomen“ klar ersichtlich, dass die vermeintlichen Rettungsansätze nur noch als fahrlässig bezeichnet werden könnten.

Eine Unternehmen schlittert der Insolvenz entgegen und zur Rettung erhält es einen Kredit (von sog. Geldgebern). Die Spezialisten des IWF rechnen in den kommenden Jahren mit deutlichen Produktionssteigerungen und somit auch mit einer reibungslosen Tilgung des Kredits, obwohl das Unternehmen zur Ausstellung der Belegschaft und zum Verkauf des Maschinenparks gezwungen wird. Für die verbliebenen Maschinen wird eine Halbierung der Stromzufuhr verordnet. Da die Rechnung nicht aufgehen konnte, schlittert das Unternehmen schon bald der nächsten Zahlungsunfähigkeit entgegen. Die „Rettungsmethode“: Ein neuer Kredit für den alten Kredit.

Auf dieser Ebene ein undenkbarer Vorgang, aber bei Griechenland sollte es offenkundig so funktionieren.

Nun kommt der IWF auf die Idee, dass Griechenland seinen Schuldenberg nicht mehr tragen könne und weitere Sparmaßnahmen kontraproduktiv seien. Die Wirtschaft wird in den nächsten Jahren voraussichtlich um weniger als 1 Prozent zulegen, so die neueste Prognose. Nach wie vor optimistisch wird der erzielbare Haushaltsüberschuss von 1,5 Prozent des BIP eingeschätzt. Teilweise reichen die IWF-Prognosen bis sogar 3,5 Prozent. Darin dürften allerdings die Zinslasten erfahrungsgemäß nicht mit einbezogen sein.

Griechenland wird seine auferlegten Schulden unter den derzeitigen Vorgaben zu keinem Zeitpunkt zurückzahlen können. Nun geht es offenbar nur noch um den Weg für einen „öffentlichkeitsverträglichen“ Schuldenschnitt und die EU-Steuerzahler als finale Geldgeber weitgehend auszublenden. Ein sehr schmaler Pfad im Wahljahr 2017.




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