Donnerstag, den 20. September 2018

Das Geschäft mit über 1 Mio. Leiharbeitern floriert

Arbeitsmarkt


Das Geschäft mit Leiharbeitern floriert. Ende 2017 waren mehr als 1 Millionen Menschen im Bundesgebiet bei einer Leiharbeitsfirma beschäftigt. Fast 3 Prozent aller Arbeitnehmer.

Innerhalb 10 Jahren stieg Leiharbeit um 43 %

Arbeitnehmer

Gefangen im Niedriglohnsektor

Ende 2007 wurden im Bundesgebiet rund 721.000 Leiharbeiter gezählt und mit Stand Ende 2017 wuchs die Zahl der weitergereichten Arbeitnehmer 1.021.589 Menschen, so die Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion. Das Schreiben liegt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Montagsausgaben) vor. Damit stieg die Zahl der Leiharbeiter binnen 10 Jahre um 43 Prozent an.

Gemessen an der gesamten Beschäftigtenzahl im Bundesgebiet nahmen die Leiharbeiter zum Stichtag Ende 2017 einen Anteil von 2,8 Prozent ein. Eine überdurchschnittlich hohe Beschäftigung von Leiharbeitern weisen demnach die Firmen in der Metallbearbeitung vor. Dort lag der Anteil von Leiharbeit bei 14,9 Prozent. Nur knapp folgend sind die Bereiche Lagerarbeit und Post mit 12,0 Prozent.

Wer im zweiten Halbjahr 2017 in einem Leiharbeitsverhältnis stand, hatte mit hoher Wahrscheinlichkeit auch nach rund 3 Monaten keine neue Beschäftigung. Fast 40 Prozent der Leiharbeiter waren auch nach 90 Tagen Tätigkeit nach wie vor von der gleichen Leiharbeitsfirma „ausgeliehen“. Die anderen 60 Prozent haben zwischenzeitlich eine neue Firma gefunden, allerdings davon 40 Prozent lediglich in einer anderen Leiharbeitsfirma.

Ein „grandioser Erfolg“ von Agenda 2010

Mehr als 1 Millionen Leiharbeiter sind im Sinne der Agenda 2010 ein Erfolg. Im Sinne der Arbeits- und Einkommensqualität wäre das Verleihen von Arbeitskräften für die Bundesregierung jedoch ein Armutszeugnis, wenn keine Absicht dahinter gesteckt hätte. Das Drücken von Löhnen und das Fördern eines extremen Niedriglohnsektors ist gewollt. Agenda 2010 wurde „kreiert“ von der Bertelsmann Stiftung („Bundesbürger sind Globalisierungsgewinner„), exekutiert von Rot-Grün und von Schwarz-Rot bis heute beibehalten.




  Relevante Berichte zum Thema - Das könnte Sie interessieren

Boomender Arbeitsmarkt – Hohe Dynamik Dienstleistung
Boomender Arbeitsmarkt – Hohe Dynamik Dienstleistung

Arbeitsmarkt – Der deutsche Arbeitsmarkt boomt und die Bereitschaft für Neueinstellungen war bei den Unternehmen lt. ifo Beschäftigungsbarometer auch im August 2018 sehr... 

Tariflohnerhöhungen im 2. Quartal 2018 um 2,2%
Tariflohnerhöhungen im 2. Quartal 2018 um 2,2%

Arbeitsmarkt – Die Tariflohnbeschäftigten erhielten im zweiten Quartal 2018 im Schnitt um 2,2 Prozent mehr Lohn. Angesichts der Inflation und der „Kalten Progression“... 

Mythos Fachkräftemangel – Löhne noch mehr drücken
Mythos Fachkräftemangel – Löhne noch mehr drücken

Arbeitsmarkt – Mit dem sog. Fachkräftemangel handelte es sich um einen Mythos. Ziel sei es, die Löhne des ohnehin schon vorliegenden Niedriglohnsektors noch weiter zu drücken. Beschwerden... 

Letzten 10 Jahre Hartz-IV offenbaren Stückelung der Arbeitsplätze
Letzten 10 Jahre Hartz-IV offenbaren Stückelung der Arbeitsplätze

Arbeitsmarkt – Das Ergebnis von Hartz-IV in den vergangenen 10 Jahren offenbart den wirtschaftlichen Boom im Bundesgebiet durch die Stückelung vollwertiger Arbeitsplätze... 


  Weitere Artikel aus dem gleichen Themenbereich

Kindeswohlgefährdung – Weniger Fälle im Jahr 2017
Kindeswohlgefährdung – Weniger Fälle im Jahr 2017

Gesellschaft / Familien – Die Jugendämter überprüften im Jahr 2017 mehr Familien aufgrund des Verdachts von Kindeswohlgefährdung, stellten im Jahresvergleich jedoch weniger... 

EZB hält im September 2018 an ihrer Geldpolitik fest
EZB hält im September 2018 an ihrer Geldpolitik fest

Finanzkrise – Die Europäische Zentralbank hält auch im September an ihrer bisherigen und geplanten Geldpolitik fest. Die Zinsen bleiben auf Stand und das Anleihekaufprogramm... 

Rettungsaktionen: Banken sind wichtiger als Lebensmittel
Rettungsaktionen: Banken sind wichtiger als Lebensmittel

Politik – Die massiven Rettungsaktionen für die virtuellen Finanzmärkte und die teils ausbleibenden Stützen für die werteschaffenden Unternehmen zeigt deutlich die gesetzten... 

Bankenrettungen kosteten dem Steuerzahler rund 30 Mrd. €
Bankenrettungen kosteten dem Steuerzahler rund 30 Mrd. €

Bankenkrise – Die im Jahr 2008 gestarteten Bankenrettungen zur Stabilisierung der Finanzmärkte kostete dem Steuerzahler bereits rund 30 Milliarden Euro. Ein Ende der „Rettungen“... 

Ihre Meinung zählt! - Ein paar Zeilen von Ihnen sind uns sehr viel wert.

Wenn Sie zum Thema gerne etwas ergänzen wollen, inhaltliche Fehler entdecken oder völlig anderer Meinung sind: Kurze Sätze sind ebenso willkommen wie "halbe Romane".
Bitte die Netiquette beachten (Regeln)

Hiermit akzeptiere ich die Datenschutzbedingungen

Wir benutzen Cookies für die Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit. Durch Ihren Besuch stimmen Sie dem zu.