Dienstag, den 19. Juni 2018

„Dank Trump“: Horrorszenario für dt. Wirtschaft

Globalisierung


Der deutschen Wirtschaft stehe ein Horrorszenario bevor, sollte US-Donald Trump den in Aussicht gestellten Protektionismus in die Tat umsetzen. Ökonomen warnen vor dem Verlust von 1,6 Millionen Arbeitsstellen.

Trump könnte Handelskrieg und Arbeitslosigkeit verursachen

Horror

Horrorszenario für die deutsche Wirtschaft

Die deutsche Wirtschaft stehe vor großen Herausforderungen, sollte US-Präsident Donald Trump seine angekündigte Wirtschaftspolitik umsetzen. Der in Aussicht gestellte Protektionismus würde einen Handelskrieg auslösen und in der Bundesrepublik rund 1,6 Millionen Arbeitsplätze vernichten. Der Wohlstand wäre bedroht. Zu diesem Ergebnis kommte eine Umfrge der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (F.A.S.) unter prominenten deutschen Ökonomen.

Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) erklärte der F.A.S., dass mit Amerika ein Handels- und Wirtschaftskrieg drohe. „Macht Donald Trump Ernst, hat das negative Effekte für den globalen Wohlstand.“

Deutschland steuere auf ein Horrorszenario zu, so die Ansicht von Clemens Fuest, Präsident des Münchner ifo-Instituts. Sollten die wirtschaftlichen Beziehungen zu Amerika auf Null herunter gefahren werden, so seien 1,6 Millionen Arbeitsplätze bedroht.

Diese 1,6 Millionen Arbeitsplätze setzten sich zusammen aus einer Millionen Stellen in der deutschen Exportindustrie sowie aus 600.000 Jobs von in der Bundesrepublik ansässigen US-Unternehmen. „Im Falle einer Exkalation mit Gegenmaßnahmen Europas wären auch die gefährdet“, so Fuest. Die Bundesrepublik sei als führende Exportnation von Einschränkungen des globalen Handels stärker betroffen als die meisten anderen Staaten.

Der Präsident des Kieler Institus für Weltwirtschaft, Dennis Snower, erinnert an die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen. Die Handelskonflikte ließen damals die Weltwirtschaft abstürzen. Dies hatte fatale politische Folgen. „Aus dieser bitteren Erfahrung haben alle ihre Lektionen gelernt – bis auf Donald Trump“, so Snower zur F.A.S.. Derzeit lebten wir in einer Zeit, „in der die liberale Weltordnung in Frage gestellt wird“.

Horrorgeschütze der Globalisierungs-Befürworter

Von einem „Horrorszenario“ gehen die Export-Unternehmen derzeit noch nicht aus. Der ifo-Index für die Exporterwartungen der deutschen Industrie stieg im Januar an.

Darüber hinaus geht Fuest von einer kompletten Einstellung der Handelsbeziehungen aus. Wie wahrscheinlich ist dieses Szenario? Wohl kaum. Dafür müssten die USA erst einmal die Herkules-Aufgabe der kompletten eigenen Neuerfindung stemmen. Die Wirtschaft der USA ist seit Jahrzehnten auf Konsum und Import ausgerichtet. Das jährliche Defizit im hohen dreistelligen Milliardenbereich spricht eine klare Sprache. Nicht zuletzt auch die irrsinnige Staatsverschuldung von bald 20 Billionen US-Dollar. Das Land ist eigentlich bankrott, wären da nicht das Monopol auf die globale Weltwährung und die Fähigkeit, diesen Zustand mit militärischer Macht beizubehalten.

Zu den wichtigsten Lieferanten zählt die deutsche Exportindustrie, richtig. Die größten Überschüsse der deutschen Außenhandelsbilanz fallen neben Frankreich und Großbritannien auf die USA ab. „Auslandsvermögen“ wird dieser Export-Überschuss wohlklingend genannt. Doch die relativ mickrige Währungsreserve der Bundesbank in US-Dollar sowie der seit 1971 (einseitiger Ausstieg der USA aus Bretton-Woods-Abkommen) auf Null geschrumpfte Zuwachs der Goldreserven lässt die Frage zu, ob das „Auslandsvermögen“ eigentlich besser als „Schenkungen“ bezeichnet werden sollten. Milliardenbeträge, die von den Arbeitnehmer unter immer größeren Verzicht erwirtschaftet wurden.

Das von der Bundesbank angegebene „Auslandsvermögen“ in Höhe von 7,9 Billionen Euro zum Stand Ende 2015 erscheint ein wenig zu kurz gegriffen. Seit 1971 betragen alle Exportüberschüsse insgesamt rund 18 Billionen Euro. Die Goldreserven der Bundesbank stiegen in diesem Zeitraum weder an, noch haben die Währungsreserven der Bundesbank einen Stand erreicht, der einen Ausgleich des „Vermögens im Ausland“ widerspiegeln könnte.

Die derzeit offensichtlichen Pläne des US-Präsidenten laufen der von den Konzernen gewünschten Globalisierung zuwider. Dagegen müssen von den Befürwortern natürlich passende „Horrorgeschütze“ aufgefahren werden.


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