Dienstag, den 19. Juni 2018

Bafin-Chef warnt vor Risiken anhaltend niedriger Zinsen

Bankenkrise


Mit der Rettung der italienischen Bank Monte dei Paschi steht der EU-Kommission und der EZB ein Präzedenzfall bevor. Bafin-Chef Hufeld fordert eine eingehende Prüfung des Falls und warnt vor den Risiken anhaltend niedriger Zinsen.

Steigende Risiken mit anhaltender Niedrigzinsphase

Banken

Banken benötigen individuelle Kapitalausstattung

Mit dem Anhalten der Niedrigzinsphase steigen die Risiken durch eine Zinsanhebung. Deshalb benötigten einige Banken ein angepasstes individuelles Kapitalpuffer, so Felix Hufeld, Chef der Finanzaufsicht Bafin zur Süddeutschen Zeitung (Dienstag). Die politische Lage stelle für die Kreditinstitute ebenfalls ein großes Risiko dar. Das Zerbrechen der Währungsgemeinschaft sei zwar „eine hypothetische Situation“, allerdings gelte weiterhin, dass die Euro-Verbindlichkeiten auch nach dem Verlassen der Eurozone in Euro bedient werden müssen. „Man kann die Schulden in einer Währung nicht einfach wegzaubern“*, so Hufeld.

Eine derartige Situation sei noch nicht in der Praxis erprobt worden. Sollten die Europäische Zentralbank (EZB) und die EU-Kommission zum Ergebnis kommen, dass sämtliche Bedingungen erfüllt seien, dann wäre die Rekapitalisierung eines Staates kein Privileg, sondern „ein regelkonformes Instrument“. Derartige Präzedenzfälle müssten derart genau geprüft werden, dass für weitere Fälle eine belastbare Methode vorliege.

Ein erster solcher „Präzedenzfall“ steht im Zusammenhang mit der angeschlagenen italienischen Bank Monte dei Paschi di Siena bevor. Die italienische Regierung richtete bereits einen Hilfsfonds von bis zu 20 Milliarden Euro ein. Vor den ersten Auszahlungen muss allerdings die EU-Kommission noch die Zustimmung erteilen.

Zauberei gilt offensichtlich nur für die Erschaffung von Schulden

* Wenn für die Beseitigung von Schulden die gleichen Maßstäbe gelten sollten wie für deren Schaffung, dann würde das „Rezept der Zauberei“ durchaus angemessen sein.




  Relevante Berichte zum Thema - Das könnte Sie interessieren

Zwei italienische Großbanken sind geschäftsunfähig
Zwei italienische Großbanken sind geschäftsunfähig

Bankenkrise – Italien könnte in Kürze zwei Großbanken weniger zählen. Die Europäische Zentralbank erklärte zwei Geldhäuser als geschäftsunfähig. Bluten dürfen wieder... 

Bankenkrise: Island kehrt zur Normalität zurück
Bankenkrise: Island kehrt zur Normalität zurück

Euro-„Rettung“ vs. Island-Modell – Während die „Euroretter“ noch immer nach einem Konzept suchen, wie die Probleme mancher Mitgliedsstaaten zu lösen... 

EU-Banken fehlen noch 160 Mrd. Euro für Basel III
EU-Banken fehlen noch 160 Mrd. Euro für Basel III

Bankenkrise – Zahlreiche Banken in der EU müssen im Laufe des Jahres noch insgesamt knapp 160 Milliarden Euro auftreiben, um die ab 2018 geltende Mindestanforderung nach... 

Erfolgreiche Kapitalaufstockung für Unicredit
Erfolgreiche Kapitalaufstockung für Unicredit

Bankenkrise – Die italienische Unicredit fand für fast alle Aktien aus einem 13-Milliarden-Paket einen interessierten Käufer. Die Kapitalaufstockung gilt als ein voller... 


  Weitere Artikel aus dem gleichen Themenbereich

Teuerungsrate stieg im Mai 2018 auf 2,2 %
Teuerungsrate stieg im Mai 2018 auf 2,2 %

Konjunktur – Die Preise im Bundesgebiet stiegen bis zum Mai 2018 deutlich an. Auf Jahressicht betrug die Teuerungsrate für Konsumenten 2,2 Prozent. Antreiber waren vor allem... 

Zahl Insolvenzanträge ging im 1. Quartal 2018 zurück
Zahl Insolvenzanträge ging im 1. Quartal 2018 zurück

Konjunktur – In den ersten drei Monaten des Jahres 2018 ging die Zahl der angemeldeten Insolvenzen von Firmen, ehemals Selbstständigen und Privatpersonen erneut zurück. Baubranche... 

Handwerksbetriebe weisen 1. Quartal 2018 gestiegene Umsätze auf
Handwerksbetriebe weisen 1. Quartal 2018 gestiegene Umsätze auf

Konjunktur – Das Handwerk im Bundesgebiet befindet sich derzeit noch auf einem aufsteigenden Ast. Im ersten Quartal 2018 legten die Umsätze der zulassungspflichtigen Handwerksbetriebe... 

Dt. Exportindustrie baute im April 2018 Überschüsse weiter aus
Dt. Exportindustrie baute im April 2018 Überschüsse weiter aus

Konjunktur – Die deutsche Exportindustrie baute ihre Überschüsse in der Außenhandelsbilanz auch im April 2018 weiter aus. Auf Jahressicht stiegen die Ausfuhren stärker... 

Ihre Meinung zählt! - Ein paar Zeilen von Ihnen sind uns sehr viel wert.

Wenn Sie zum Thema gerne etwas ergänzen wollen, inhaltliche Fehler entdecken oder völlig anderer Meinung sind: Kurze Sätze sind ebenso willkommen wie "halbe Romane".
Bitte die Netiquette beachten (Regeln)

Hiermit akzeptiere ich die Datenschutzbedingungen

Wir benutzen Cookies für die Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit. Durch Ihren Besuch stimmen Sie dem zu.