AfD-Analyse: Auf Standard & Poor’s hagelt aus Deutschland heftige Kritik ein

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Scharfe Kritik gegen die Ratingagentur Standard & Poor’s zu ihrer Analyse über eine erstarkende AfD in Deutschland. Die Euro-kritische Partei sei eine Gefahr für die Krisenstaaten in der Eurozone, so die Beurteilung der Agentur. Scharfer Gegenwind bläst u.a. aus dem IMK und aus der Commerzbank.

Ökonomen

Ratingagenturen: Eine gerne als Gutachten verkaufte Analyse ist am Ende doch nur eine Meinung

„Auf Ratingagenturen sollte am besten keiner mehr hören“

Auf die Urteile, Einschätzungen und Prognosen der großen Ratingagenturen hören die Finanzwelt, die Politik sowie Unternehmen. Drei große Vertreter der Ratingagenturen sind Moody’s, Standard & Poor’s (S&P) und Fitch. Deren Macht und Einfluss basieren im Grund nur auf den Glauben der Zuhörer, denn sollten die Einschätzungen der Experten einst vollständig daneben liegen und einen kapitalen Schaden anrichten, dann beruft man sich sehr schnell auf die Klausel, dass es sich mit den meist als „Gutachten“ dargestellten Ausführungen lediglich um eine Meinung gehandelt habe.

Die Ratingagenturen gerieten nicht grundlos in die Kritik zahlreicher Marktbeobachter. Unterschwellig und unter vorgehaltener Hand stehen die privaten „Schätz-Firmen“ unter dem Generalverdacht, diverse wirtschaftliche Interessen sehr einseitig zu vertreten und auch zu verteidigen. Der Blick ist dabei gen USA gerichtet.

So landete aktuell die Agentur S&P auf der Zielscheibe einschlägiger Ökonomen, nachdem das Empor klettern der Euro-kritischen Alternative für Deutschland (AfD) in der Gunst der potenziellen Wähler als eine Gefahr für die Stabilität der Euro-Krisenländer darstelle.

Der Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Gustav Horn, kritisierte die Agentur S&P im Gespräch mit Handelsblatt Online (Mittwoch) scharf. „Das ist ein trauriger Treppenwitz der Ökonomiegeschichte“, so Horn. Die Beurteilung der Ratingagentur sei ein Beleg für die „volle Absurdität“ der Arbeit von Rating-Agenturen.

„Ausgerechnet eine jener Agenturen, die mit der Abwärtsspirale ihrer Ratings im Herbst 2009 die Begründung für Austeritätspolitik geliefert hat, fürchtet sich nun vor einem durch die AfD erzwungenen Austeritätskurs“, so der Ökonom zu Handelsblatt Online.

Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, geht davon aus, dass sich S&P in der falschen Annahme wiege, der ESM-Rettungsfonds habe die Krisenländer im Euroraum stabilisiert. Dabei war der ESM-Fonds nie groß genug, um im Ernstfall die Länder Italien und Spanien gleichzeitig stützen zu können, so Krämer. Die Risikoaufschläge der Staatsanleihen der Peripherieländer seien erst nach der Ankündigung der Europäischen Zentralbank (EZB) im Sommer 2012, notfalls die Anleihen der betroffenen Länder in unbegrenzter Stückzahl aufzukaufen, deutlich nach unten gefallen.

Für Gustav Horn ist es höchste Zeit, dass die Urteile der Ratingagenturen nicht mehr ernst genommen werden. „Mithin dürften im Rahmen von Regulierungsvorschriften keinerlei Ratings mehr verlangt werden. Dann wären ihre Äußerungen genau das, was sie auch in Wirklichkeit sind, schlichte Meinungsäußerungen ohne weiteren Belang“, so der IMK-Direktor.

Am Dienstag legte S&P die Analyse vor, dass die Krisenländer der Euro-Staaten darunter leiden würden, sollte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) unter dem Druck der erstarkten AfD in Brüssel eine härtere Gangart einlegen. Bisher sei Merkel im eigenen Land auf keinen großen Widerstand gestoßen. Das habe ihrer Politik in Brüssel mehr Spielraum für Kompromisse verschafft. Eine AfD im Rücken würde ihr diesen für die Krisenländer wichtigen Spielraum nehmen.





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