Sonntag, den 25. Juni 2017

UN-Expertengruppe sieht „institutionellen Rassismus“ in der BRD


Migrationskrise -

Die Expertengruppe des UN-Menschenrechtsrats will in der Bundesrepublik einen "institutionellen Rassismus" festgestellt haben. Besonders afrikanische Männer seien von Diskriminierung betroffen.


"Racial profiling" sei weit verbreitet

Schachspiel

Schwarz-Afrikaner seien besonders betroffen

Pünktlich nach den von der Bundesregierung veröffentlichten Zahlen über rund 3.500 Übergriffe auf Flüchtlinge und deren Unterkünften im Jahr 2016 liefert eine Arbeitsgruppe der UN die Erkenntnis, dass in der Bundesrepublik ein institutioneller Rassismus vorzufinden sei.

Demnach seien besonders afrikanische Männer von Repressalien betroffen. Diese hätten an einigen Orten besonders große Angst, aufgrund ihrer Herkunft angegriffen zu werden. Die UN-Expertengruppe kommt zum Fazit: "Obgleich das Grundgesetz Gleichheit garantiert, rassistische Diskriminierung verbietet und feststellt, daß die Menschenwürde unantastbar ist, wird dies in der Praxis nicht durchgesetzt."

Die UN-Arbeitsgruppe war in mehreren deutschen Städten und sprach mit der "Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland (ISD)" sowie mit Abgeordneten des Bundestages.

Es sei demnach falsch von lediglich "Einzelfällen" zu sprechen. Es existiere ein "institutioneller Rassismus", der aufgrund der aktuellen Diskussionen über Terrorgefahren und Flüchtlinge wiederbelebt worden sei. Die bereits erreichten Fortschritte seien zunichte gemacht worden.

Die UN-Expertengruppe hob u.a. das in der Bundesrepublik praktizierte "racial profiling" hervor. Diese Methode sei weit verbreitet, werde aber von den offiziellen Stellen geleugnet. Für die Opfer dieser Diskriminierungen gebe es keine unabhängige Anlaufstelle für Beschwerden, so die Expertengruppe.

Diese Ausführungen sind Bestandteile eines vorläufigen Berichts. Der endgültige Bericht soll dem UN-Menschenrechtsrat im September vorgelegt werden.



Bild: CC0 1.0 Universell

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