Freitag, den 18. August 2017

Wohnungsnot hebelt Mietpreisbremse einfach aus


Mietkosten -

Wo kein Kläger, da kein Richter. Die Wohnungsnot in der Bundesrepublik hebelt die Gesetzgebung via Mietpreisbremse einfach aus. Pro Jahr zahlen die Mieter im Bundesdurchschnitt inzwischen rund 1.700 Euro mehr Miete als eigentlich zulässig wäre.


Vermieter nutzen die Wohnungsnot offenbar einfach aus

Mietimmobilie

Mietpreise über das Ziel hinausgeschossen

Die von der Bundesregierung vor rund zwei Jahren eingeführte Mietpreisbremse entpuppt sich immer mehr als nutzlos eingesetzte Zeit, Energie und Geld, zumindest aus der Sicht der Mieter. Trotz des Limits bei der Mieterhöhung nach Neuvermietung schossen die Mietpreise weit über das gemäß der Mietpreisbremse Erlaubte hinaus.

Der Verein Miettest untersuchte in größeren Städten der Bundesrepublik die Entwicklung der Mietpreise und deren aktuellen Stände. So schätzt der Verein, dass rund 40 Prozent der neu abgeschlossenen Mietverträge gegen das Gesetz verstoße, wie BAMS berichtete. Im Schnitt zahlte jeder Mieter pro Jahr ca. 1.700 Euro zu viel Miete.

Die untersuchten Mieten in Hamburg, Berlin und Stuttgart waren Grundlage für eine Hochrechnung auf das gesamte Bundesgebiet. Mit 1.800 Euro pro Jahr zu viel gezahlter Miete befindet sich Berlin an der Spitzenposition. Insgesamt dürften die Mieter in der gesamten Bundesrepublik rund 310 Millionen Euro zu viel Miete bezahlen.

Mit der Mietpreisbremse wollte der Gesetzgeber die Anhebung der Mietpreise auf 10 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete begrenzen, allerdings nur für Regionen mit einem sog. angespannten Wohnungungsmarkt.



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