Sonntag, den 20. August 2017

Immobilienmarkt: Lt. Bundesbank deutliche Preisübertreibungen


Immobilienmarkt -

Die Preisanstiege im Immobilienmarkt gehen ungebremst weiter. Die Deutsche Bundesbank spricht von einer Ausweitung der bereits deutlichen Preisübertreibungen. Niedrige Bauzinsen und Finanzmarktlage treiben den Trend noch weiter an.


Preisübertreibungen haben um bis zu 30% zugenommen

Wachstum

Immobilienpreise schossen 2016 nach oben

Die Sicht der Deutschen Bundesbank auf den Immobilienmarkt hat sich innerhalb der vergangenen fünf Jahren merklich geändert. Im Jahr 2012 sprach die Bundesbank von Tendenzen einer möglichen Bildung einer Immobilienpreisblase, hielt die Preisentwicklungen zum damaligen Zeitpunkt noch als eine Korrektur der schwachen Entwicklungen in den Jahren zuvor. Heute beschreibt die ehemalige Hüterin der D-Mark Zustände der Preisübertreibungen, überwiegend in den Städten.

Lt. dem aktuellen Monatsbericht vom 20. Februar 2017 stellte die Bundesbank eine beschleunigte Konjunktur und anziehende Teuerung fest, besonders im Bereich des Immobilienmarktes. "Die Teuerungsrate bei Wohnimmobilien zog im vergangenen Jahr spürbar an. Der Anstieg war regional und über die verschiedenen Immobilienarten hinweg breit angelegt. Letztlich reichte die zunehmende Angebotsausweitung nicht aus, um den Preisdruck der anhaltend kräftigen Wohnraumnachfrage zu begrenzen. In den Städten dürften die Preisabweichungen bei Wohneigentum von dem Niveau, das durch die längerfristigen wirtschaftlichen und demografischen Einflussfaktoren gerechtfertigt erscheint, weiter zugenommen haben", so die Bundesbank.

Die Preisübertreibungen für Wohnimmobilien betrugen lt. den derzeitigen Einschätzungen im Jahr 2016 zwischen 15 und 30 Prozent. Diese Übertreibungen seien vor allem bei Eigentumswohnungen in den großen Städten beobachtet worden.

Ein Abflauen des Trends im Immobilienmarkt sei noch nicht absehbar. Vor allem in den Städten, in denen bereits vor drei Jahren überdurchschnittlich hohe Preisanstiege gemessen wurden, entwickelten sich die weiteren Anstiege besonders deutlich. Zu den herausragenden Städten zählten Frankfurt a.M., München, Stuttgart, Köln, Düsseldorf und Berlin.

Die starke Nachfrage in den Ballungsgebieten sei ein wesentlicher Bestandteil der antreibenden Kräfte. Noch profitierten die Immobilien-Erwerber von den extrem niedrigen Bauzinsen. Dennoch seien diese Punkte lt. Bundesbank noch nicht die vollständige Erklärung für den anhaltenden Trend. Es dürften auch demografische und wirtschaftliche Faktoren eine große Rolle spielen.


Preise Wohnimmobilien Februar 2017

Quelle: Deutsche Bundesbank




Bild: CC0 1.0 Universell

GD Star Rating
loading...
  Relevante Berichte zum Thema - Das könnte Sie interessieren

Bundesbank lässt Basiszins bei -0,88% für 2. Halbjahr 2017
Bundesbank lässt Basiszins bei -0,88% für 2. Halbjahr 2017

Geldpolitik - Der von der Deutschen Bundesbank berechnete Basiszinssatz bleibt auch für das zweite Halbjahr 2017 bei -0,88 Prozent. EZB liefert mit "Leitzins" die Berechnungsgrundlage Bundesbank... 

Weidmann hält an Kritik an die EZB-Staatsanleihenkäufe fest
Weidmann hält an Kritik an die EZB-Staatsanleihenkäufe fest

Eurokrise - Das Kaufprogramm von Staatsanleihen der Europäischen Zentralbank führe zu einem Erschlaffen der notwendigen Disziplin der Euro-Länder. Bundesbankpräsident Jens... 

Bitcoin: Bundesbank warnt vor Crypto-Währung
Bitcoin: Bundesbank warnt vor Crypto-Währung

Virtuelle Währung - Bundesbank-Vorstandsmitglied Thiele warnt vor der Verwendung der Crypto-Währung Bitcoin als Wertaufbewahrungsmittel. Die Preisentwicklung berge hohe Risiken. Crypto-Währung... 

Geld aus dem Nichts: Bundesbank erklärt Geldschöpfung
Geld aus dem Nichts: Bundesbank erklärt Geldschöpfung

Geld - Die Deutsche Bundesbank klingt in ihrem Monatsbericht 04/2017 ungewohnte Töne an und beschreibt unmissverständlich, dass Geld durch einen Buchungsvorgang entsteht.... 


  Weitere Artikel aus dem gleichen Themenbereich

SWK Bank passt Mitte August 2017 Zinsen PV-Kredit an
SWK Bank passt Mitte August 2017 Zinsen PV-Kredit an

SWK Bank - PV-Kredit - Die SWK-Bank passte Mitte August 2017 die Zinssätze zum speziellen Kredit für die Photovoltaik-Finanzierung an. Tendenziell weiter steigende... 

Wohnungsnot hebelt Mietpreisbremse einfach aus
Wohnungsnot hebelt Mietpreisbremse einfach aus

Mietkosten - Wo kein Kläger, da kein Richter. Die Wohnungsnot in der Bundesrepublik hebelt die Gesetzgebung via Mietpreisbremse einfach aus. Pro Jahr zahlen die Mieter im Bundesdurchschnitt... 

Ist Zug für Immobilie als Geldanlage bereits abgefahren?
Ist Zug für Immobilie als Geldanlage bereits abgefahren?

Immobilienmarkt - Der Zug für Eigenheim und Immobilie als Geldanlage scheint für den "Normal-Konsumenten" bereits abgefahren zu sein. Die Preise seien derart hoch, dass sich... 

Baukreditgeschäft Versicherer im Jahr 2016 um 4% gewachsen
Baukreditgeschäft Versicherer im Jahr 2016 um 4% gewachsen

Eigenheimfinanzierung - Weiteres Wachstum bei der Immobilienkreditvergabe der Versicherer. Im Jahr 2016 wuchs das Geschäft mit Baudarlehen um 4 Prozent an, weit mehr als das... 

Ihre Meinung zählt! - Ein paar Zeilen von Ihnen sind uns sehr viel wert.

Wenn Sie zum Thema gerne etwas ergänzen wollen, inhaltliche Fehler entdecken oder völlig anderer Meinung sind: Kurze Sätze sind ebenso willkommen wie "halbe Romane".
Bitte die Netiquette beachten (Regeln)