Dienstag, den 22. Mai 2018

Beiträge gesetzliche Pflegeversicherung steigen ab 2019 an


Gesundheitswesen -

Die Beiträge der gesetzlichen Pflegeversicherung werden voraussichtlich ab 2019 um mindestens 0,2 Prozentpunkte ansteigen.


Mehrkosten durch Reform der gesetzlichen Pflegeversicherung

Ruhestand

Mehrausgaben führen zu höheren Beiträgen

Die gesetzliche Pflegeversicherung wird ihr Defizit bis Ende 2018 voraussichtlich auf rund 3 Milliarden Euro ausbauen. Grund dafür seien Mehrausgaben in Höhe von 2 Milliarden Euro, u.a wegen der in der vergangenen Legislaturperiode vorgenommenen Reform in der Pflegeversicherung. Die Arbeitnehmer müssen sich deshalb ab dem kommenden Jahr auf höhere Pflegebeiträge einstellen. Der Satz wird voraussichtlich um mindestens 0,2 Prozentpunkte angehoben werden, wie die Passauer Neue Presse (Donnerstag) berichtete.

Derzeit liegt der Pflege-Beitragssatz bei 2,55 Prozent des Bruttoeinkommens. Arbeitgeber zahlen davon die Hälfte. Arbeitnehmer ohne Kinder zahlen einen anteiligen Aufschlag, der den gesamten Beitragssatz auf 2,8 Prozent anhebt.

Die gesetzliche Pflegeversicherung wurde im Jahr 1995 eingeführt. Seither stiegen die Ausgaben bis Ende 2016 um das rund Sechsfache auf 29,71 Milliarden Euro. Weitere Kostensteigerungen werden u.a. durch die Schaffung neuer Stellen für Pfleger verursacht sowie die steigende Lebenserwartung der Menschen.

Ende 2016 erhielten rund 2,95 Millionen Menschen Leistungen für die Pflege. Der Kassen-Spitzenverband rechnet bis Ende 2018 mit einem Anstieg auf rund 3,46 Millionen Menschen, die Pflegeleistungen erhalten.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sprach lt. PNP von der "schönen Situation", dass die Reformen "sehr stark greifen und wirken". Dies erfordere jedoch mehr Geld und somit eine Anhebung des Pflegebeitragssatzes um mindestens 0,2 Punkte. Die Rücklagen der Pflegekassen betragen derzeit 6,9 Milliarden Euro.

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