Sonntag, den 25. Juni 2017

GKV: Hohe Beitragsschulden der Selbstständigen


Krankenversicherung -

Selbstständige stehen in vielen Fällen vor dem Problem zu hoher Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung, die sie teils nicht mehr stemmen können. die Beitragsschulden wachsen weiter an.


Krankenversicherung kann Hälfte des Einkommens ausmachen

Arzneimittelkosten

Viele Selbstständige bei GKV verschuldet

Bei den gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) sammelten sich Ausstände von inzwischen rund 6 Milliarden Euro an und mit anteilig 5 Milliarden Euro Beitragsschulden sind Selbstständigen eindeutig die Hauptschuldner, so die Frankfurter Rundschau (FR). Das ist vor allem ein Resultat der pauschalen Beitragsbemessung.

Mit der im Jahr 2007 eingeführten Versicherungspflicht wurden auch alle Selbstständigen ins Boot geholt, die bisher keine Krankenversicherung hatten. Der Knackpunkt: Bis heute gilt die Vorstellung, dass Selbstständige generell gut verdienten und deshalb einen Mindestbeitrag zu leisten haben. Für Selbstständige wurde deshalb ein virtueller Verdienst von mindestens 2.231 Euro brutto angesetzt. Somit haben Selbstständige jeden Monat mindestens rund 400 Euro Beitrag für die Krankenversicherung zu zahlen. Den Arbeitgeberanteil für Angestellte müssen sie selber aufbringen. Lediglich in besonderen Härtefällen ließe sich der Mindestbeitrag auf ca. 270 Euro reduzieren.

So können auf Selbstständige Krankenversicherungsbeiträge zukommen, die gut an die Hälfte des monatlichen Einkommens herankommen, während Arbeitnehmer anteilig im Schnitt 8,4 Prozent aufbringen müssen. Der fiktiv angenommene Verdienst hat bei sehr vielen Selbstständigen mit der Realität nur wenig gemein. 82 Prozent der selbstständig Tätigen haben nur ein jährliches Einkommen von brutto maximal 15.010 Euro. Der Durchschnitt liegt bei 9.444 Euro und somit nur 787 Euro pro Monat.

Eine Lösung des Problems ist bis dato nicht in Sicht. Die Politik scheut sich davor, dieses Ungleichgewicht zwischen dem Einkommen der Selbstständigen und der Höhe deren Krankenversicherungsbeiträge zu begradigen. Eine Reduzierung des Mindestbeitrages dürfe es allerdings nur geben, wenn zur gleichen Zeit auch eine Krankenversicherungspflicht für gering verdienende Selbstständige eingeführt wird, so FR. Selbstständige können bisher frei wählen, wo er seine Krankenversicherung abschließen will, unabhängig von der Einkommenshöhe. Es erscheine jedoch unfair, wenn ein selbstständig Tätiger die Solidarität der GKV nur so lange nutzt, bis er bei einem höheren Einkommen zu einer Privatkrankenversicherung wechselt.



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Bild: CC0 1.0 Universell

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