Montag, den 23. Oktober 2017

„PSD2“ legt Konten der Bankkunden offen


Datensicherheit -

Die Bankkunden sollen transparenter werden. Die EU plant mit der Umsetzung von "PSD2" die Freigabe der Kontodaten über das Kreditinstitut hinaus auch an Drittanbieter. Natürlich alles zum Vorteil der Konsumenten.


Kundenkonten sollen künftig gläsern werden

Geld-Kassette

Finanzen für fast Jedermann ersichtlich

"Schönes neues bargeldloses Bezahlen". Die EU will im internationalen Zahlungsverkehr die sog. "PSD2"-Richtlinie durchsetzen und damit einen neuen Meilenstein setzen. Das von Brüssel aufgeklebte Etikett beschreibt für die Bankkunden mehr Sicherheit, weniger Kosten und bequemere Geldtransfers, wie Handelsblatt berichtete.

Manche Experten gehen davon aus, dass das EU-Regelwerk die Bezahlung grundlegend verändern werde. Im Vordergrund stehen die zahlreichen "Vorteile" für die Kunden. Im Hintergrund kommen allerdings Details zum Vorschein, die bei so manchem Bankkunden das Grauen hervorrufen werden.

Bisher haben die Banken exklusiven Zugriff auf die Konto-Daten ihrer Kunden. Mit "Payment Service Directive" (PSD) soll sich das von Grund auf ändern. Das Monopol der Kreditinstitute ginge verloren und Drittanbieter erhielten ebenfalls Einblick auf Guthaben, Einnahmen und Ausgaben der Bankkunden.

Ginge es nach der EU, müssen die Banken in Zukunft den Zugriff auf die Kontodaten ihrer Kunden zulassen. Zu diesen Drittanbietern zählen weitere Unternehmen, die anhand ihrer Produktpalette großes Interesse an die finanziellen Verhältnisse ihrer potenziellen Kundschaft haben.

Die Banken zeigen sich weniger begeistert, allerdings weniger aus Sorge um die Datensicherheit ihrer Kunden, sondern vielmehr um missliebige Konkurrenz.

So warten lt. Handelsblatt bereits die ersten Anbieter auf die Umsetzung von PSD2. Darunter sei auch der Gründer des Start-ups Savedroid, Yassin Hankir. Er entwickelte eine Smartphone-App, mit der Kunden das Sparen erleichtert werden solle. Das Programm greift in regelmäßigen Abständen auf das Konto zu und ermittelt anhand des Zahlungsverkehrs und Guthabens das Potenzial zu weiteren Schritten. Das könnten z.B. Überweisungen für einen neu abgeschlossenen Sparvertrag sein.

Andere Unternehmen hätten ebenfalls Zugriff auf die privaten Konten. Ihr Anliegen wäre ebenfalls das Auskundschaften der finanziellen Möglichkeiten mit dem Ziel, gleich die "passenden" Finanzprodukte anbieten zu können.



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