Montag, den 26. Februar 2018

Sparer mussten 436 Mrd. € entgangene Zinseinnahmen hinnehmen


Eurokrise -

Die deutschen Sparer verzichteten bisher unfreiwillig auf rund 436 Milliarden Euro Zinseinnahmen in den Jahren 2010 bis 2017. Pro Bundesbewohner sind das im Schnitt entgangene 5.317 Euro.


"Deutschland profitiert" von Niedrigzinsen - Nicht aber der Sparer

Vermögensumverteilung

Umverteilung setzt auch an der Vorenthaltung an

Seit dem Jahr 2010 "durften" die deutschen Sparer aufgrund der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) auf rund 436 Milliarden Euro Zinsen verzichten. Pro Bundesbewohner beträgt die entgangene Zinseinnahme 5.317 Euro, so die aktuelle Berechnung der DZ-Bank, die der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vorliegt. Die Berechnungen stützen sich demnach auf den Vergleichszeitraum der Jahre 1998 bis Ende 2008 sowie den entgangenen Zinseinnahmen in Höhe von 344 Milliarden Euro in den Jahren 2010 bis 2016.

Ende 2017 werden nach Berechnungen der DZ-Bank weitere 92 Milliarden Euro unfreiwilliger Zinsverzicht hinzukommen.

Den entgangenen Zinseinnahmen stehen eingesparte Zinsausgaben für günstigere Kredite gegenüber. Die Bundesbewohner profitierten von den Niedrigzinsen mit eingesparten Kreditzinsen im Rahmen von 188 Milliarden Euro in den Jahren 2010 bis 2017.

Gegeneinander gerechnet bliebe dennoch eine Differenz von 248 Milliarden Euro zum Nachteil der Sparer, bzw. 3.024 Euro pro Bundesbewohner. Stefan Bielmeier, Chefökonom der DZ-Bank erklärte der F.A.S.: "Deutschlands Sparer zahlen einen üppigen Teil der Rechnung für die lockere Geldpolitik der EZB."



GD Star Rating
loading...
  Relevante Berichte zum Thema - Das könnte Sie interessieren

Weidmann hält an Kritik an die EZB-Staatsanleihenkäufe fest
Weidmann hält an Kritik an die EZB-Staatsanleihenkäufe fest

Eurokrise - Das Kaufprogramm von Staatsanleihen der Europäischen Zentralbank führe zu einem Erschlaffen der notwendigen Disziplin der Euro-Länder. Bundesbankpräsident Jens... 

Italiens Banken kippen der Reihe nach um
Italiens Banken kippen der Reihe nach um

Eurokrise - Zwei weitere Großbanken stellten in Italien einen Antrag auf finanzielle Hilfen. Das Regelwerk zu Bail-In ist somit endgültig zu einem reinen Papiertiger degradiert... 

Billiger Euro: EZB wehrt sich gegen Vorwurf der US-Regierung
Billiger Euro: EZB wehrt sich gegen Vorwurf der US-Regierung

Währungskrieg - Die EZB wehrt sich gegen den Vorwurf der US-Regierung, die Gemeinschaftswährung zugunsten der deutschen Wirtschaft zu manipulieren. Einen Eingriff in den Devisenmarkt... 

Niedrigzinsen: Deutsche Banken stärker unter Druck
Niedrigzinsen: Deutsche Banken stärker unter Druck

Niedrigzinsen - Die deutschen Banken geraten aufgrund der niedrigen Zinsen immer stärker unter Druck. Die Hohen Kosten im Bezug auf die Erträge verschärfen die aufgrund schrumpfender... 


  Weitere Artikel aus dem gleichen Themenbereich

Mehrheit der Bundesbüger hält an Bargeld fest
Mehrheit der Bundesbüger hält an Bargeld fest

Bundesbank Studie - Die deutliche Mehrheit der Bundesbürger will am Bargeld festhalten. Bargeldabschaffung bedeutete persönliche Einschränkung sowie Probleme für bestimmte... 

Wegen EZB-Geldpolitik: Moneyou senkt Zinsen ab
Wegen EZB-Geldpolitik: Moneyou senkt Zinsen ab

Sparkonten - Moneyou reagiert auf die anhaltende Niedrigzinspolitik der EZB und wird Mitte Februar 2018 die Zinsen für das Tagesgeldkonto und die Festzinsanlage absenken. Moneyou... 

Privatinsolvenz: Wie läuft sie ab?
Privatinsolvenz: Wie läuft sie ab?

Insolvenzverfahren - Zahlen aus dem Schuldneratlas 2017 belegen: Immer mehr Deutsche sind überschuldet. So geben circa 6,9 Millionen volljährige Menschen in Deutschland mehr... 

GEFA BANK passt Anfang 2018 Konditionen ZinsWachstum an
GEFA BANK passt Anfang 2018 Konditionen ZinsWachstum an

Sparanlagen - Die GEFA BANK wird zum Anfang 2018 die Zinsen für die Sparanlage ZinsWachstum anpassen. Für die 6-jährige Laufzeit gelten ab Mitte Januar teils höhere Verzinsungen. Spitzenzinssatz... 

Ihre Meinung zählt! - Ein paar Zeilen von Ihnen sind uns sehr viel wert.

Wenn Sie zum Thema gerne etwas ergänzen wollen, inhaltliche Fehler entdecken oder völlig anderer Meinung sind: Kurze Sätze sind ebenso willkommen wie "halbe Romane".
Bitte die Netiquette beachten (Regeln)