Samstag, den 11. Februar 2012

Der irre Goldrausch

06. Juli 2010 um 4:25 Uhr - Thema Geldanlagen



Rohstoffe - Goldpreis Entwicklung -

Wie die Flucht aus Finanztiteln eine neue Investitionsblase schürt


München - Auf der Flucht vor Spekulationsblasen am Aktien- oder Anleihenmarkt strömt ein gigantischer Liquiditätsfluss ins Gold. Scheinbar jeder Anleger auf dem Globus glaubt seine Vermögenswerte in das edle Metall retten zu müssen. Gold wurde in den zurückliegenden langen Monaten der Finanzkrise zum scheinbar letzten Hort der Ängstlichen und der Propheten des Weltuntergangs. Doch überlegt ist dieser Hype nicht. Hier baut sich eine Blase auf, die weit mehr Vermögen in den Abgrund reissen könnte, als bei den Immobilienspekulationsblasen in den USA oder Spanien.

Goldrausch

Goldrausch nur ein Hype?
Bild: Rike / pixelio.de

Das gelbe Edelmetall feiert historische Höchststände. Seit Jahresbeginn 2010 kletterte der Goldpreis um satte 12 Prozent, und dies gegenüber dem EURO wie gegenüber dem US-Dollar. Selbst in den vergangenen Wochen, in denen Silber, Kupfer und Rohöl am Markt nachgaben, blieb die Nachfrage nach Gold ungebrochen. Das Volumen des größten börsennotierten Goldfonds der Welt, des SPDR Gold Trust, schwoll seit Anfang des Jahres um 16 Prozent auf mehr als 1300 Tonnen des edlen Metalls an. Mehrwertsteuerfreie Münzen wie der kanadische Maple Leaf, der südafrikanische Krügerrand oder der Wiener Philharmoniker gehen in den Banken und Sparkassen so rasch weg, dass die Prägeanstalten längst Extraschichten einlegen müssen.
Doch von einer "Blase" am Goldmarkt möchten die Goldgläubigen nicht sprechen. "Von einer Blase sind wir am Goldmarkt weit entfernt", äußert sich David Morgan im Morgan Report. Gold erscheint in unsicheren Zeiten die Antwort auf alles. Wann immer negative Nachrichten über den Ticker laufen, sehnt sich die Welt der Reichen nach einem physischen und greifbaren Vermögen. Gold ist ein Misstrauensvotum an die Adresse der Regierungen und der Notenbanken.

Professor Meinhard Miegel

Professor Meinhard Miegel und Tom Rohrböck hinterfragen die Flucht ins Gold

Auch wissenschaftlich wird über die reissende Goldnachfrage diskutiert. Professor Meinhard Miegel, der zu Jahresbeginn mit seinem neuen Buch "Exit - Wohlstand ohne Wachstum" gleichfalls ein sehr düsteres Bild für die westlichen Volkswirtschaften zeichnete, sieht im Run auf das Gold eine abzulesende Bankrotterklärung unseres Wirtschaftssystems. Und David Rosenberg, Chefvolkswirt des kanadischen Vermögensverwalters Gluskin Sheff, glaubt am Aufblähen der Bilanzen der US-Fed oder der Europäischen Zentralbank die Vehemenz des Goldrauschs ablesen zu können.

Extrem ist inzwischen auch der Unterschied zwischen Goldpreis und Aktien von Goldminengesellschaften. Beachtet man den Gold-and-Silver-Index der Philadelphia Stock Exchange, der die Börsenkurse von 16 namhaften Goldminengesellschaften widerspiegelt, darunter Barrick Gold oder Anglogold Ashanti, sieht man eine Diskrepanz zwischen steigendem Goldpreis und den eher schwächlenden Bewertungen für die Minengesellschaften. Es ist schlicht kaum vernünftig erklärbar weshalb diese Unternehmen vom Hype auf das Edelmetall abgekoppelt bleiben, es sei denn man versucht die Flucht ins Gold mit Gefühlen und esotherischem Glauben zu begründen.

Stephan Schäfer Sachwert AG

Stephan Schäfer, Vorstand der S&K Sachwert AG, traut dem Goldboom nicht und investiert mit seinen Fonds lieber in Liegenschaften und Immobilien.

Stephan Schäfer, Vorstand der S&K Sachwert AG in Frankfurt am Main, möchte nicht recht an die Verheissungen des Goldmarktes glauben. "Letztendlich", so Schäfer, "wird in Gold über alle Maßen spekuliert. Der tatsächliche Bedarf für Industrie und Schmuckherstellung kann solche Marktpreise nicht mehr begründen. Im Gegensatz zu Immobilien oder Grundstücken ist der Goldwert rein vom Vertrauen ins Edelmetall abhängig. Wir investieren mit unseren Fonds gesichert in Grundstücke und Liegenschaften in gesund wachsenden Ballungsgebieten. Die Goldschmucknachfrage in Indien oder der Türkei ist doch eher enttäuschend".

Und tatsächlich scheint das Angebot aus neuer Goldproduktion und Goldschrott üppig. Mit etwa 1800 Tonnen dürfte der Markt in 2010 überversorgt sein. Begreifen das erst mal die Anleger und kehrt wieder Vertrauen in andere Anlageformen zurück, dürfte die Gold-Hausse ihr Ende finden.
(Lesermeinungen zur S&K)










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Kommentare und Meinungen

15 Kommentare zu “Der irre Goldrausch”
  1. Phantom sagt:

    …na gerne doch!

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  2. Markus Thomann sagt:

    Nein wirklich das war schon sehr Positiv Danke Herr W. und Herr P. noch mal !

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  3. Wallenstein sagt:

    … na eine “Expertise” hat der gute Herr Thomann auch sicher nicht von unserem Phantom erwartet.

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  4. Phantom sagt:

    Guten Morgen Herr Thomann,
    meinem Informationsstand zufolge ist die S&K Sachwert AG, ein essentielles Unternehmen der Frankfurter S&K-Gruppe, eines der wenigen Unternehmen, das sich beim Thema LV-Ankauf und Immobilieninvestitionen auch langfristig und seriös durchsetzen wird.
    Sicher kann ich Ihnen als journalistischer Beobachter keine “Expertise” geben, doch mein Eindruck von dem Unternehmen und seinem Managment ist rundwegs gut.
    LG, Ihr Phantom

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  5. Markus Thomann sagt:

    Hallo Phantom wehren sie so nett mir ihre Objektive Meinung über S&K Sachwart AG mitteilen zu können ( Qualität und Seriosität ) . Wehre sehr freundlich von ihnen .

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  6. Wallenstein sagt:

    …na wenn man “kleine” Goldpositionen seinem Portfoglio beimischt, dann mag das ok und überschaubar sein. Den Angaben der S&K Sachwert AG aber zufolge investiert das Unternehmen doch vornehmlich in Immobilien.

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  7. Phantom sagt:

    Lieber Markus Thomann,
    gehen Sie bitte einfach davon aus, dass ich gut informiert wurde.
    Herzlichst, Ihr
    Phantom

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  8. Markus Thomann sagt:

    Hallo Phantom , wo sie diese Information von der S&K Sachwert AG selbst Goldbestände im 7stelligen EUR-Wertbereich her haben Wehre sehr interessant ?

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  9. Wallenstein sagt:

    Gerne! Wenn man selbst kein Gold hat, dann ist auch keine Rettung nötig. ;-)

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  10. Markus Thomann sagt:

    Danke Herr W. mal sehen was noch zu retten ist ?

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  11. Wallenstein sagt:

    Na die bekommt man immer auf tarifometer24.com und auf marktfokus.at !

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  12. Markus Thomann sagt:

    Wo bekomme ich jetzt zuverlässige Information her um die Gegebenheiten Richtig einschätzen zu können .

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  13. Phantom sagt:

    Klar lag Schäfer da richtig. Dem Vernehmen nach hat aber die S&K Sachwert AG selbst Goldbestände im 7stelligen EUR-Wertbereich gebunkert.

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  14. Rapunzel sagt:

    Tatsächlich hat der Goldpreis in den letzten Tagen wieder nachgegeben. Letztendlich hat Herr Schäfer von der S&K Sachwert wohl recht damit, dass hier über alle Grenzen hinweg spekuliert wird.

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  15. Markus Thomann sagt:

    Wenn man bedenkt, dass über Jahrhunderte Gold eine begehrte und stabile Wertanlage war, fällt es einem schwer, den jetzigen Edelmetall-Boom als eine kollabierende Blase zu sehen.

    Dass der Hype um das Gold zu einem Überangebot führen kann, war mir nicht wirklich bewusst. Dass in der Vergangenheit Fonds und Immobilien nicht die gewünschte Sicherheit brachten, ist bekannt.

    Also was tun ? Sein hart erspartes Gut streuen oder was ?

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