Samstag, den 24. Juni 2017

Warum Rentenniveau in BRD so niedrig ist


Rentenkrise -

Das Rentenniveau in der Bundesrepublik ist deutlich niedriger als in Österreich, trotz längerer Arbeitszeit und höheren Löhnen während der Beschäftigungszeit. Für das Institut der Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung ist das keine Überraschung.


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Riester Rente kann Lücke nicht mehr schließen

Im April 2016 brachte die Sendung "Monitor" des WDR eine Gegenüberstellung der gesetzlichen Rentensysteme der Bundesrepublik und von Österreich. Für den Vergleich der Rentenhöhe diente eine Putzfrau. In der Bundesrepublik erhält die in Rente gegangene Putzfrau nach 41 Jahren der Berufstätigkeit und einem Bruttoeinkommen von zuletzt 1.900 Euro eine Rente in Höhe von 750 Euro. Die Putzfrau in Österreich war lediglich 34 Jahre beschäftigt, erhielt ein Bruttogehalt von 1.600 Euro und bekommt eine monatliche Rente von 1.170 Euro.

Diese Diskrepanz ist enorm, aber nicht überraschend. Eine Studie von IMK und WSI zeigt, dass die gesetzliche Rente in Österreich für den durchschnittlichen Rentner deutlich höher ausfällt als in der Bundesrepublik. Für Rudolf Zwiener, Experte für wirtschaftspolitische Beratung am IMK, sind die Gründe für den Unterschied klar.

In die Rentenversicherung in Österreich sind Beamte und Selbständige mit einbezogen. Zusammen mit den normalen Arbeitnehmern bilden sie eine Erwerbstätigenversicherung, in die alle Beiträge zahlen müssen und Leistungen nach den gleichen Regeln erhalten. "Es gibt keine Riester-Verträge und nur begrenzt eine betriebliche Altersvorsorge, was bei der ungefähr doppelt so hohen gesetzlichen Rente im Umlageverfahren auch nicht notwendig ist", so Zwiener. Darüber hinaus sei für die Arbeitgeber der Beitragssatz zur Rentenversicherung höher als der der Arbeitnehmer.


Riester Rente kann Lücke nicht mehr schließen

Mit der Riester Rente sollte die von der gesetzlichen Rente und deren Leistungskürzungen offen gelassene Lücke geschlossen werden. "Die Riester Rente in Deutschland hält nicht was versprochen wurde", so Zwiener. Für die Schließung der Rentenlücke wären aber eine flächendeckende Verbreitung sowie langfristig hohe Renditen notwendig. "Beide Bedingungen sind nicht erfüllt".

Der IMK-Rentenexperte fordert ein Stopp bei der Senkungen des Rentenniveaus. Die sog. Riester-Treppe in der Rentenformel müsse wieder rückgängig gemacht werden. Darüber hinaus sollten neue Riester-Verträge nicht mehr gefördert werden.



Bild: CC0 1.0 Universell

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