Mittwoch, den 22. Mai 2013

Rentenversicherungen nach Riester und Rürup sollen transparenter werden


Altersvorsorge - Einheitliche Produktinformationen Rürup und Riester

Eine Mustervorlage soll für mehr Transparenz in der Versicherungsbranche zu den Rentenversicherungen sorgen. Der Plan sieht ein Gesetz vor, das dem Kunden zur Altersvorsorge einheitliche Informationsblätter zum Produkt vorgelegt wird.

Neben einer Erleichterung zum Vergleich der unterschiedlichen Riester- und Rürup-Produkte, soll mit den Informationsblättern auch eine Gegenüberstellung mit kapitalbildenden Finanzprodukten ermöglicht werden.


Muster für einheitliche Informationsunterlagen bereits fertiggestellt

Vielen Verbrauchern ist es bereits ein Greuel, an die "versierte Sprache" der Versicherungsgesellschaften nur zu denken. Das Durchlesen einer Produktinformation kommt einem Abenteuer gleich und am Ende hat man alles andere als das Gefühl, überhaupt richtig informiert worden zu sein.

Besonders bei der Altersvorsorge gilt ein langfristige Bindung und weitsichtige Planung. Wichtig für den Kunden ist auf das "Kleingedruckte" zu achten und auch "zwischen den Zeilen zu lesen".

Einige Versicherungen haben es bereits verstanden, den Kunden mit einer klaren Sprache und transparenten Produktinformationen zu begegnen. Die Eigenschaften und Details zur Riester- oder Rürup-Rente sind verständlich und auch einleuchtend.

Allerdings ist ein unmittelbarer Vergleich zu Produkten vom Mitbewerber damit noch nicht gewährleistet. Eine neue Gesetzgebung für vereinheitlichte Produktinformations-Blätter zur geförderten Altersvorsorge, soll diese Hürde nun beseitigen.

Ziel des vereinheitlichten Produktinformationsblattes soll eine unabhängige, umfassende und vor allem eine klare Darstellung über das Altersvorsorge-Produkt sein. VersicherungsJournal.de berichtete unter Berufung auf das Bundesministerium für Finanzen (BMF), das das Institut für Finanzdienstleistungen (IFF) beauftragte, ein Muster für die Produktinformationen zu entwickeln. Eine erste Orientierung zur Gestaltung des Musterblattes wurde bereits vom Ministerium entworfen.


Riesterverträge

Mehr Transparenz beim Riestern
Bild: tommyS / pixelio.de

Neben den vereinheitlichten Darstellungen der ausschlaggebenden Produkteigenschaften einer gewählten Riester- oder Rüruprente, sollen einheitliche Kosten als Prozentsatz ausgewiesen werden. Die anfallenden Gesamtkosten sind als ein Euro-Betrag zu nennen.

Zur Berechnung des Gesamtbetrags sollen u.a. Abschluss- und Vertriebskosten enthalten sein. Dem Verbraucher wäre eine Übersicht auf die Kosten und Gebühren gewährleistet. Ein weiterer Bestandteil der Einheits-Informationsblätter wären konkrete Euro-Angaben über die finanziellen Verluste, falls die Altersvorsorge vom Versicherungsnehmer gekündigt werden würde.



Keine Experimente in der Vertrags-Praxis - Ausführliche Tests bestanden

Die ausgearbeiteten Formblätter wurden bereits durch Befragungen von Verbrauchern getestet. Wichtiges Kriterium war die Transparenz und Verständlichkeit der Informationsblätter. Gestestet wurde vor allem das Verständnis der Testpersonen, die eigenen Wunschvorstellungen zur Altersvorsorge anhand der Formblätter umsetzen zu können.

Zwischen 72 und 83 Prozent der befragten Probanden gaben im Vergleich zwischen einem Banksparplan und einer fondsgebundenen Rentenversicherung, die richtigen Antworten zur Verständnisfrage.


Internet soll ein Schwerpunkt für Produktinformationen werden

In Form von beispielhaften Produktvergleichen sollen dem Verbraucher schon im Vorfeld die Möglichkeit gegeben werden, sich im Internet über die unterschiedlichen Riester- und Rürupangebote zu informieren. Dazu wurde eine Veröffentlichungs-Pflicht im Internet vorgeschlagen.

Der Bund will seinen Beitrag leisten, indem eine staatliche Internetseite mit weiterführenden Detailinformationen zu den Inhalten der Produktinformationes-Blätter bereit gestellt wird. Vor allem Verbrauchern mit Fragen zum Verständnis soll diese eigens eingerichtete Informationsseite weiterführende Unterstützung bieten.







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