Donnerstag, den 19. Oktober 2017

Rente & Armut: DGB fordert Kurswechsel in der Politik


Altersvorsorge -

Die Beiträge für gesetzliche Rentenversicherung und Krankenversicherung müssen wieder zur Hälfte von den Arbeitgebern getragen werden. Der Deutsche Gewerkschaftsbund fordert einen rigorosen Kurswechsel in der Politik.


Würdevolles Rentenalter sollte möglich sein

Arbeitnehmer

Mehrbelastungen haben Arbeitnehmer zu tragen

Die Arbeitgeber müssten künftig wieder hälftig an den Kosten für Renten- und Gesundheitsvorsorge beteiligt werden, so die Forderung des Vorstandsmitgliedes des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Annelie Buntenbach am 01. Mai in Salzgitter. In der Rentenpolitik sei ein Kurswechsel notwendig und die sachgrundlosen befristeten Arbeitsverträge müssen ein Ende finden.

Wer über die Jahrzehnte "geschuftet und in die Rentenkasse eingezahlt hat, muss dann auch eine Rente bekommen, die ein Leben in Würde möglich macht", so Buntenbach. Das Rentenniveau dürfe nicht noch weiter absinken. Ein absolutes Muss sei der Schutz vor dem sozialen Abstieg und der Altersarmut. Die beste Rendite biete noch immer die gesetzliche Rentenversicherung und deshalb sei sie auch das Zentrum der Alterssicherung.

Eine Enttäuschung aller Erwartungen brachte die private Rentenvorsorge und diese muss alleine von den Versicherten getragen werden, so das DGB-Vorstandsmitglied. "Die Arbeitgeber lehnen sich zurück und schauen zu, wie die Beschäftigten versuchen, dem Loch in der gesetzlichen Rente privat hinterher zu sparen. Gerecht geht anders!", so Buntenbach.

Für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) gelte das Gleiche. Bereits heute werden Arbeitnehmer aufgrund des Zusatzbeitrages zu über 1 Prozent höher belastet als Arbeitgeber. Der Arbeitgeberbeitrag ist bei der Hälfte des allgemeinen Beitragssatzes von 14,6 Prozent eingefroren. Die im Gesundheitswesen steigenden Kosten werden dadurch alleine auf die Beschäftigten abgeladen. "Damit muss endlich Schluss sein. Die Arbeitgeber müssen die Hälfte zahlen -bei der Rente genau wie bei der Krankenversicherung - und keinen Cent weniger!", so Bundenbach.

Eine fristlose Beseitigung bedürfen die befristeten Arbeitsverträge. Diese Verträge, bei denen es in vielen Fällen nicht einmal einen sachlichen Grund gibt, stellten nichts anderes als eine unendliche Probezeit dar. "Der aufrechte Gang darf keine Mutprobe sein, weder am Arbeitsplatz noch in der Gesellschaft". Deshalb müssen solche Befristungen abgeschafft werden.



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