Samstag, den 30. Juli 2016

Lebensversicherer machen aus ihren Bilanzen großes Geheimnis


Transparenz scheint für viele Lebensversicherer ein Fremdwort zu sein. Sind die Anbieter einer Police zur kapitalbildenden Lebensversicherung in letzter Zeit erhöhte in den Mittelpunkt der Kritiken geraten, so scheint die jüngste Umfrage der "Welt am Sonntag" einen weiteren Anstoss für berechtigte Zweifel an den Sicherheiten geben.


Inhaber einer Lebensversicherung könnten sich auf Glücksspiel einlassen

Lebensversicherungen

Lebensversicherungen - Ein Glücksspiel?
Bild: Kellermeister / pixelio.de

Grundlegende Fragen betreffen die Anlagestrategien und die Zusammensetzung des Portfolios, die aus den Versicherungsbeträgen umgesetzt sind und entsprechend für die versprochenen Renditen sorgen sollen. Die Versicherer halten sich offenbar mit Fakten und Offenheit stark zurück.

Von den angefragten 45 führenden Lebensversicherern in Deutschland gaben ganze 25 Prozent gar keine Antwort. Einige Lebensversicherer beschränkten sich auf einen groben Umriss aus dem Geschäftsbericht von 2010. Andere Gesellschaften begründeten ihre ablehnende Haltung mit "Wir geben grundsätzlich keine Auskünfte über unsere Performance oder Anlagestrategie".

Besonders interessant sind vor allem die Portfolio-Bestandteile aus Anleihen von Ländern und die Anteile diverser Bankschuldtiteln. Lt. Swiss Life sind sogar schon die ersten Anfragen verunsicherter Kunden eingegangen.

Kamen u.a. von der DEVK, HUK Coburg, Iduna und Conti Leben noch grobe Übersichten über die Anlagepolitik, hielten sich andere Lebensversicherer im eisigen Schweigen. Eine Ausnahme bildet dazu z.B. die Barmenia Versicherungen und veröffentlichte prompt das Ergebnis zum Versicherungs-Belasungstest.


Unsicherheiten im Bankenwesen wirken ansteckend

Was für Kapitalanlageformen, wie z.B. Investmentfonds, gilt, ist für Lebensversicherer nicht verbindlich. Die Zusammensetzung, die Strategie und die Anlagepolitik zu den Geldern der Beitragszahlern. Ausgerechnet die Schuldverschreibungen von Ländern und Banken sind inzwischen alles andere als noch sicher zu bezeichnen, galten diese in der Vergangenheit als "absolut sicher".

Dazu werden Versicherungsgesellschaften nicht durch einen "Rettungsschirm" aufgefangen werden, wie es bei den "systemrelevanten" Banken der Fall ist.


Neue Herausforderungen im Kapitalmarkt

Schwere Zeiten stehen für die Lebensversicherer bevor, egal ob sich der allgemeine Zinssatz nach oben oder nach unten bewegen wird. Werden die garantierten Zinsen für Neuverträge ab 2012 von 2,25 Prozent auf 1,75 Prozent abgesenkt, so stellt das keineswegs eine reale Entlastung der Versicherer dar.

Fallen die allgemeinen Werte der Zinsmärkte weiterhin, werden die Versicherer vor erhöhten Herausforderungen gestellt, die versprochenen Renditen zu erwirtschaften. Die möglichen Renditen auf den Anlagemärkten sind ohnehin quasi am Boden.

Das Problem gilt insbesondere für Altverträge mit höheren Garantiezinsen von bis zu 4 Prozent. Steigen die Zinsen jedoch, können sich die Lebensversicherung aufgrund träger Anlagestrategien, wie langfristige Bindungen an Festzinsanlgen, nicht kurzfristig einstellen.

Eine Lebensversicherung zur Altersvorsorge kann nur langfristig orientiert sein, deshalb verwandeln kurzfristige drastische Veränderungen des Kapitalmarktes das einstige "feste Standbein" der Lebensversicherer in einen unbeweglichen Klotz. Genau diese Situation ist bereits eingetreten und findet seine Fortsetzung.


Versicherte dürfen (fast) tatenlos zusehen

Die Inhaber einer Versicherungspolice stehen jedoch vor dem Dilemma, den Vertrag nicht einfach auflösen zu können, wie es z.B. bei einer Tagesgeldanlage der Fall wäre. Versicherer nehmen den Vertrag meist mit dem Angebot eines Rückkaufswertes zurück.

Verluste der ohnehin schon mickrigen Überschussbeteiligungen und weitere Renditen wären allerdings die Konsequenz. Eine Alternative wäre der Verkauf einer Versicherungspolice. Zwar kämpft der Versicherungszweitmarkt ebenfalls mit den ungünstigen Gegebenheiten der internationalen Krisen, dennoch könnte sich je nach augenblicklichen Rückkaufswert und der bisherigen Laufzeit der Kapital-Lebensversicherung ein attraktives Angebot ergeben. (Mehr Infos)

Ansonsten bleiben dem Versicherungsnehmer lediglich das Abwarten über die weiteren Entwicklungen innerhalb der Europäischen Union. Die Umstände zu den Lebensversicherungen werden sich sehr wahrscheinlich noch nach den weiteren Vorgaben der "EU-Regierung" ändern.







Krankenversicherung-Themen Thema Krankenversicherungen   -   PKV-Beiträge innerhalb Gesellschaft senken


Anbieter Lebensversicherung Zweitmarkt
Versicherungszweitmarkt - LV-Ankauf - Beleihung
AGIS AG Rückkauf Lebensversicherungen AGIS AG
cash.live Rückkauf Lebensversicherungen cash.live
CiaoLV Anwaltshilfe zur Abwicklung CiaoLV
LifeFinance Rückkauf Lebensversicherungen LifeFinance
LifeFinance Lebensversicherung beleihen LifeFinance
Fidor Bank AG SofortKredit mit Police Fidor Bank


Quelle: Welt-Online 30.10.2011


GD Star Rating
loading...
  Relevante Berichte zum Thema - Das könnte Sie interessieren

Altersvorsorge: Weitgehende Abstriche bei der Kapitalabfindung
Altersvorsorge: Weitgehende Abstriche bei der Kapitalabfindung

Altersvorsorge - Ständige Abstriche bei den Lebens- und Rentenversicherungen fordern vom Sparer immer mehr Bereitschaft auf Verzicht ab. Die Kapitalabfindungen zum Laufzeitende... 

Bild: CC0 1.0 Universell
Ratingagentur: Ausblick für deutsche Lebensversicherer negativ
Ratingagentur: Ausblick für deutsche Lebensversicherer negativ

Niedrigzinsen - Den Ausblick auf die Zukunft der deutschen Lebensversicherer bewertet die US-Ratingagentur Moody's eher negativ. Die Assekuranzen können sich dem Druck der... 

Bild: CC0 1.0 Universell
Die deutsche Versicherungsbranche „trotzte“ 2015 den Bedingungen
Die deutsche Versicherungsbranche „trotzte“ 2015 den Bedingungen

Versicherungsbranche - Deutschlands Versicherungsbranche konnte sich im Jahr 2015 gut behaupten. Die Versicherungswirtschaft habe den widrigen Bedingungen getrotzt. Der Dachverband... 

Bild: CC0 1.0 Universell
Neue Risikolebensversicherungen vor allem für Familien mit Kindern
Neue Risikolebensversicherungen vor allem für Familien mit Kindern

Risikoschutz - Die Anzahl der in Deutschland abgeschlossenen Risikolebensversicherungen ist im Jahr 2014 auf rund 7,6 Millionen Policen angestiegen. Die Mehrheit der neu abgeschlossenen... 

Bild: CC0 1.0 Universell

  Weitere Artikel aus dem gleichen Themenbereich

Altersarmut: Rente mit 73 schafft nur noch mehr Probleme
Altersarmut: Rente mit 73 schafft nur noch mehr Probleme

Rentenproblem - Die Menschen im Alter von 73 Jahren in Renten schicken zu wollen, schaffe lt. Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) nur noch mehr Probleme. Den Arbeitnehmern wolle... 

Bild: CC0 1.0 Universell
Ältere Menschen arbeiten aus „Spaß“ und nicht wegen Geld
Ältere Menschen arbeiten aus „Spaß“ und nicht wegen Geld

Altersrente - Der Anteil der Menschen im hohen Alter zwischen 65 und 70 Jahren immer noch erwerbstätigen Menschen habe sich in der Bundesrepublik in den Jahren 2000 bis 2015... 

Bild: CC0 1.0 Universell
CDU/CSU: Pflicht für Selbstständige zur „armutsfesten“ Altersvorsorge
CDU/CSU: Pflicht für Selbstständige zur „armutsfesten“ Altersvorsorge

Altersvorsorge - In Zukunft sollen Selbstständige dazu verpflichtet werden, in eine Altersvorsorge einzuzahlen. Dazu müssen entweder Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung... 

Bild: CC0 1.0 Universell
Mindestlohn hat nichts mit Kampf gegen Altersarmut zu tun
Mindestlohn hat nichts mit Kampf gegen Altersarmut zu tun

Armutsbekämpfung - Mindestlohn und Altersarmut haben nichts miteinander zu tun. Die Lohnuntergrenze ist keine Maßnahme gegen das Armutsrisiko im Rentenalter. Das ist auch... 

Bild: CC0 1.0 Universell
Ihre Meinung zählt! - Ein paar Zeilen von Ihnen sind uns sehr viel wert.

Wenn Sie zum Thema gerne etwas ergänzen wollen, inhaltliche Fehler entdecken oder völlig anderer Meinung sind: Kurze Sätze sind ebenso willkommen wie "halbe Romane".
Bitte die Netiquette beachten (Regeln)