Freitag, den 23. Juni 2017

Zuwanderung: Schrumpfende Gesellschaft obsolet


Migrationskrise -

Durch die massive Zuwanderung in das Bundesgebiet stieg die Bevölkerungszahl auf einen Rekordstand an. Die Diskussionen über eine schrumpfende Gesellschaft sind nun obsolet.


Trotz Bevölkerungszuwachs steht Bundesregierung vor Herausforderungen

Demonstration

Jedes Jahr wandert eine mittelgroße Stadt zu

Im Jahr 2015 wuchs die Anzahl der Bundesbewohner lt. der Statistikbehörde Destatis deutlich an. Dazu trug überwiegend die Zuwanderung von Migranten und Flüchtlingen bei. Zusätzlich unterstützt wurde der Bevölkerungszuwachs durch die gestiegene Geburtenrate. "Derzeit wächst die deutsche Bevölkerung", stellte das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln fest und übersah dabei offensichtlich die zahlreich unterschiedlichen Herkunftsländer aus dem der mit Abstand größte Teil des Zuwachses besteht. Demnach rechnete die Bundesregierung mit einer stabilen Bevölkerungszahl.

Destatis geht nach ersten Schätzungen von einer Bevölkerungszahl von 82,8 Millionen Menschen zum Stand Ende 2016 aus. So viele Menschen lebten noch nie im Bundesgebiet. Aus der Gegenüberstellung zwischen zugezogenen und abgewanderten Menschen bleibt netto ein Überschuss von 750.000 Menschen.

Die Bevölkerung wird nach Einschätzung des IW auch künftig weiter anwachsen. In der aktuellen Prognose geht IW von einem Höchststand von 83,9 Millionen Einwohnern im Jahr 2021 aus. Hauptsächlich sei die Zuwanderung überwiegend junger Menschen ausschlaggebend für diesen Zuwachs. "Die drohende Überalterung der Gesellschaft wird zwar spürbar abgemildert, die demografischen und sozialen Herausforderungen – insbesondere die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt und die Schaffung neuen Wohnraumes in den Großstädten – nehmen jedoch nicht ab", so IW.

Die Bundesregierung habe diese Entwicklung bereits erkannt. Auf langfristige Sicht wird mit einer jährlichen Zuwanderung von netto 300.000 Menschen gerechnet. Mit dem nun erwarteten Bevölkerungszuwachs wird die Debatte über eine schrumpfende Gesellschaft ad acta gelegt. Das IW weist darauf hin, dass die Zuwanderung ungleichmäßig verteilt sein werde. In ländlichen Regionen im Norden der neuen Bundesländer wer die Bevölkerungszahl noch stärker abnehmen als bisher angenommen.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) gab für das Jahr 2017 aus dem Bundeshaushalt 20,3 Milliarden Euro für die Bewältigung der Zuwanderungen frei. Im vergangenen Jahr stellte der Bund 20,7 Milliarden Euro zur Verfügung. Schäuble räumte inzwischen Fehler in der Flüchtlingspolitik ein.



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