Samstag, den 24. Juni 2017

Zu billiger Euro: Ifo-Chef Fuest widerspricht Trump


Konjunktur -

Der Chef des Münchner ifo-Instituts Clemens Fuest widerspricht die These Trumps, die Bundesrepublik profitiere von einem zu niedrigen Euro. Fuest warnt vor den großen Risiken für das deutsche Wirtschaftsmodell durch den neuen Protektionismus


Risiken für Exportmodell der deutschen Wirtschaft

Industrie

Deutsche Exportwirtschaft könnte straucheln

Der US-Präsident Donald Trump stelle mit seinen Plänen zur US-Wirtschaft eine große Gefahr für das deutsche Wirtschaftsmodell dar, so der Präsident des Münchner ifo-Instituts Clemens Fuest. Die über Jahrzehnte "gewachsene internationale Handelsordnung, die stark auf Regeln und völkerrechtlichen Verträgen beruht, steht auf dem Spiel", so Fuest im Gespräch mit Handelsblatt (Montagsausgabe).

Für das deutsche Wirtschaftsmodell, das auf einem regelbasierten System basiert, bedeutete der kurzfristig kündbare, bilaterale Handel ein großes Risiko.

Die Stärke und die wichtige Stütze "unseres Wohlstandes" beruhe auf die Einbindung in die Weltwirtschaft. Trumps Vorwurf, der Euro-Kurs sei zu niedrig, weist der ifo-Chef zurück. Das liege letztendlich nicht an Deutschland. Das Gegenteil sei der Fall. Vermutlich wären die deutschen Exportwaren derzeit teurer, wenn nach wie vor die D-Mark als Währung bestünde. Man könne auch argumentieren, dass die ständige Euro-Krise den Kurs der Gemeinschaftswährung senke. Die Behauptung, Deutschland habe Interesse daran, die Euro-Krise am Leben zu halten, bezeichnete Fuest als "offenkundigen Unsinn".



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