Donnerstag, den 19. Oktober 2017

Zahlen die Top-Verdiener zu hohe Steuern?


Steuersätze -

Zu den im Wahlkampf geführten Debatten um die Entlastung der Arbeitnehmer bei der Einkommensteuer, wartet IW Köln mit einer neuen Studie auf, die belegen will, dass die oberen Top-Verdiener die meisten Steuerlast zu tragen hätten.


Top-Verdiener stemmen das meiste Steueraufkommen

Vermögensaufbau

Wird Absenkung Spitzensteuersatz gefordert?

Rund 4,2 Millionen Deutsche zahlten den Spitzensteuersatz. Damit trägt rund jeder elfte der in der Bundesrepublik Erwerbstätigen die höchste Steuerlast, so eine von Handelsblatt veröffentlichte Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Fast die Hälfte (48,2 %) des gesamten Einkommensteuer-Aufkommens tragen die 10 Prozent mit den höchsten Einkommen. Die obersten 30 Prozent der Gut- bis Top-Verdiener seien für 79 Prozent des gesamten Aufkommens der Einkommensteuer verantwortlich. Rund 2,7 Millionen Erwerbstätige seien aufgrund ihrer niedrigen Verdienste von der Einkommensteuer vollständig befreit.

Geringverdiener und Durchschnittsverdiener werden lt. der Studie durch Steuern und Abgaben stark belastet. Ein Single mit einem monatlichen Bruttogehalt von 1.940 Euro müsse 46 Prozent für Steuern und Abgaben leisten. Ein alleinstehender Durchschnittsverdiener mit 3.250 Euro Brutto-Gehalt monatlich werde mit 51 Prozent belastet.

Im Jahr 2017 beträgt der Spitzensteuersatz 42 Prozent und greift ab einem Einkommen von 53.666 Euro (4.472 Euro pro Monat). Ab einer Einkommenshöhe von 256.304 Euro pro Jahr gilt der Reichensteuersatz mit derzeit 45 Prozent.

Eine Studie des IMK zeigt, dass die zwischen den Jahren 1998 bis 2015 von der Bundesregierung vorgenommenen Reformen an Steuern und Abgaben zu einer Erleichterung der "oberen 30 %" und einer Mehrbelastung der Niedriglohnsektors führten.



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