Montag, den 26. Februar 2018

Weidmann hält an Kritik an die EZB-Staatsanleihenkäufe fest


Eurokrise -

Das Kaufprogramm von Staatsanleihen der Europäischen Zentralbank führe zu einem Erschlaffen der notwendigen Disziplin der Euro-Länder. Bundesbankpräsident Jens Weidmann kritisiert weiterhin das EZB-Anleihekaufprogramm.


Grenze zwischen Geld- und Finanzpolitik verschwimmt

Geldentwertung

1.000 Milliarden Zinsen eingespart

Bundesbank-Chef Jens Weidmann hält an seiner Kritik an der Europäischen Zentralbank (EZB) fest. Der Ankauf von Staatsanleihen führe zu einem Verschwimmen der Grenze zwischen Geld- und Finanzpolitik, so Weidmann bei einer Rede an der Ruhr-Universität. Durch die Käufe werde ein Teil der disziplinierenden Wirkung durch die Kapitalmärkte entzogen. "Den Finanzministern, insbesondere der hochverschuldeten Staaten, verschafft das derzeitige Niedrigzinsumfeld jedenfalls spürbare Entlastungen", so Weidmann.

Die Euro-Länder haben im Vergleich mit dem Zinsniveau im Jahr 2007 rund 1 Billion Euro Zinsen gespart. Man müsse kein "chronischer Schwarzseher sein, wenn man befürchtet, dass politischer Druck auf den EZB-Rat ausgeübt werden könnte, eine geldpolitische Normalisierung mit Rücksicht auf die Staatsfinanzen hinauszuzögern", so der Bundesbankpräsident.



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