Montag, den 23. Oktober 2017

US-Firmen verschoben 1,6 Billionen Dollar auf Steueroasen


Steuerflucht -

Die von Oxfam benannten 1,6 Billionen im Jahr 2015 von US-Unternehmen auf Steueroasen verschobenen US-Dollar deckt sich ganz und gar nicht mit dem Ergebnis des "investigativen Journalismus" zu den Panama Papers. Die Bedienung der üblichen Feindbilder wird offensichtlich.


1.600 Milliarden auf Steueroasen verschobene Dollar

Tricks

Das falsche Spiel um die Panama Papers

Alleine im Jahr 2015 verschoben Unternehmen in den USA Geldbeträge im Rahmen von 1,6 Billionen US-Dollar an den Finanzbehörden vorbei. Am Mittwoch veröffentlichte die Entwicklungsorganisation Oxfam eine Studie, aus der hervorgeht, dass die 50 größten US-Unternehmen im Jahr 2015 anhand eines ganzen Netzwerkes von 1751 Tochter-Firmen sowie Zweigniederlassungen umgerechnet rund 1,5 Billionen Euro in Steueroasen schleusten.

Im Jahr 2014 wurden dem Fiskus rund 1,4 Billionen US-Dollar vorenthalten. Somit stieg das Verschieben von Kapital zu den Steueroasen innerhalb eines Jahres um 200 Milliarden US-Dollar an.

Lt. Oxfam handelten die US-Unternehmen legal und nutzten lediglich die ihnen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten. Den untersuchten US-Unternehmen gelang es anhand von Schlupflöchern die Gelder anstatt des Steuersatzes von 35 Prozent mit lediglich knapp 26 Prozent versteuern zu lassen.

Derart große Summen werfen automatisch die Frage auf, warum die US-Unternehmen bei der "Aufklärungsarbeit" der Medien zu den veröffentlichten "Panama Papieren" derart im Hintergrund gehalten wurden. Ein besonders eindrucksvolles Beispiel bietet der "investigative Journalismus" der Süddeutschen Zeitung (SZ). Das Medium richtete für die "Aufklärungsarbeit" zu den Panama Papieren eigens eine Sub-Domain (panamapapers.sueddeutsche.de) ein.

Mit großem Aufwand geht SZ an die "enttarnten" Steuersünder heran und listet eine ganze Reihe der ertappten Personen, Länder und Institutionen auf, die vermeintlich eine Briefkastenfirma in eines der beliebten Steueroasen unterhalten haben sollen. Zur Vollständigkeit der "Recherchen" sind auch Personen grafisch abgebildet, die namentlich nicht erwähnt wurden.


Die aus den Panama Papieren "recherchierten" Namen

  • Wladimir Putin ("Putins reiche Freunde")
  • Bashar al-Assad
  • Mahmud Ahamadinedschad
  • Petro Poroschenko
  • Jürgen Radomski (Siemens)
  • 28 deutsche Banken
  • Werner Mauss
  • FIFA
  • Lionel Messi
  • Olafur Grimsson
  • Salman bin Abd al-Asis
  • Muammar al-Gaddafi
  • Mian Mohammed Nawaz Sharif
  • Ali Abu al-Ragheb
  • CIA
  • Davide Nahmad
  • Khalifa bin Zayid bin Sultan al-Nahyan
  • Ahmad Ali al-Mirghani
  • Hamad bin Khalifa bin Hamad al-Thani
  • Bidsina Iwanischwili
  • Juan Carlos
  • Lansana Conté
  • Brasilien
  • China
  • Nordkorea
  • Mauricio Macri
  • Hosni Mubarak
  • Iyad Allawi

Eine Menge Personen und Institutionen. Sieht nach sehr viel Recherche und Auswertung der rund 2,6 Terabyte Daten der Panama Papers aus.

11,5 Millionen Dokumente zu 214.000 Briefkastenfirmen und die SZ konnte nicht eine einzige US-Firma entdecken?

1.600 Milliarden in einem Jahr von US-Firmen auf Steueroasen verschobene US-Dollar gegenüber 0 (!) von der SZ aus den Panama-Papieren recherchierten US-Unternehmen. Damit erledigt sich das Anliegen dieser "Journalisten", die bereits aufgebauten Feindbilder hoch und noch höher zu halten, von ganz alleine.

Dass der Name des Präsidenten Russlands Wladimir Putin in den Panama Papers überhaupt nicht vorkommt, interessiert die SZ offenbar nicht. Dafür taucht ein Musiker Namens Sergej Roldugin auf und er ist ein guter Bekannter Putins. Das reichte den "investigativen SZ-Journalisten" bereits vollkommen aus, um den bevorzugten Feindbild mit neuer Nahrung zu versorgen.

Dass die "Panama Papers" nun auch noch den Pulitzer-Preis für die internationale Recherche erhielten, deckt sich in Etwa mit der gleichen Qualität des Friedensnobelpreises an Barack Obama. Man klopft sich lediglich gegenseitig anerkennend auf die Schultern.



Bild: CC0 1.0 Universell

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