Offenbare Zusammenarbeit mit TelDaFax bringt verivox Strafanzeige ein
10. Januar 2012 um 13:50 Uhr - Thema Featured
verivox als ehemaliger Vertriebspartner von TelDaFax wegen Betrug angezeigt
-Ein Anfangsverdacht von bevorzugten Behandlungen höherer Provisionierungen im sog. "unabhängigen" Strompreisvergleich durch verivox, endet vorübergehend mit einer Strafanzeige. FlexStrom zeigte die Geschäftsleitung und den Leiter Energiewirtschaft von verviox wegen gewerbsmäßigen Betrugs sowie Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr an.
Die Pleite des Energieversorgers TelDaFax sorgte bereits für Schlagzeilen. Die betroffenen Kunden des in Konkurs gegangenen Stromversorgers hatten zwar keinen "Blackout" der Stromversorgung zu erleiden, dafür aber den Verlust von erheblichen Geldsummen durch Vorauszahlungen. Der sog. Grundversorger in der Region lieferte den "Ersatz-Strom", allerdings in eigener zusätzlicher Rechnung. Ob die ehemalig von TelDaFax belieferten Haushalte ihr Geld wiedersehen werden, steht noch offen. Im engen Zusammenhang mit TelDaFax stand offenbar das Vergleichsportal verivox. Der Vorwurf: Eine gewinnbringende Vorzugsbehandlung in den Stromvergleichen bei verivox, wissentlich um die brisante finanzielle Situation um TelDaFax. Ein Schaden an den Kunden wurde in Kauf genommen.
Anlass der Anzeige ist der Verdacht, dass verivox für überhöhte Provisionen Strom- und Gaskunden an TelDaFax vermittelt hat, obwohl die verivox-Geschäftsleitung von den Liquiditätsproblemen dieses Energieversorgers wusste. Verivox nahm damit auch in Kauf, dass Verbraucher trotz Bezahlung nicht ordnungsgemäß beliefert wurden. Mehrere hunderttausend Kunden in Deutschland sind von der TelDaFax-Insolvenz betroffen.
Bereits im August wurde im Handelsblatt und in der Financial Times Deutschland unter Berufung auf eidesstattliche Versicherungen eines ehemaligen TelDaFax-Managers der Vorwurf erhoben, zwischen Einzelpersonen von verivox und TelDaFax seien exklusive Informationen ausgetauscht worden. So habe das Verkaufsportal verivox Tarife anderer Anbieter vorab an TelDaFax gegeben und damit die Darstellung der Stromangebote maßgeblich beeinflusst. Im Gegenzug soll TelDaFax besonders hohe Provisionen an verivox gezahlt haben.
FlexStrom sieht sich bereits seit 2009 durch verivox systematisch benachteiligt, in den vergangenen Jahren meist zugunsten des mittlerweile insolventen Anbieters TelDaFax. Mehrfach hatte FlexStrom sich in den vergangenen Wochen und Monaten mit kritischen Fragen an verivox gewandt. Die Antworten sind aber extrem dürftig gewesen. Wenn verivox die Angelegenheit nicht aufklären wolle, müsse es nun eben die zuständige Staatsanwaltschaft tun.
Deswegen ist kurz vor Weihnachten (20. Dezember 2011) Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Heidelberg gegen die verivox-Verantwortlichen gestellt worden (Bericht). FlexStrom erhofft sich nunmehr Aufklärung darüber, inwiefern verivox als Unternehmen oder durch Einzelpersonen aus dem Hause verivox geholfen haben, den insolventen Energieversorger TelDaFax zu begünstigen - auf Kosten der betroffenen Strom- und Gaskunden und zu Lasten anderer Versorger, die nicht bereit waren, entsprechend hohe Provisionen zu zahlen.
Zuvor hatte FlexStrom gegen verivox bereits eine Klage auf korrekte Tarifdarstellung und Schadenersatz eingereicht. Der unabhängige Anbieter bemängelt, dass insbesondere ein Tarif mit monatlicher Zahlweise nicht korrekt angezeigt werde, weil aus Sicht von verivox offenbar zu wenig Provision dafür fließe. Bis verivox der Provisionssatz bekannt wurde, war der Tarif allerdings korrekt angezeigt worden.
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