Dienstag, den 24. April 2018

Flüchtlingsintegration: Firmen zeigten Bereitschaft


Migrationskrise -

Die Unternehmen zeigten sich durchaus bereit, Flüchtlinge und Migranten in ein reguläres Beschäftigungsverhältnis einzustellen. Zu den größten Hürden zählten mangelhafte Deutschkenntnisse und eine unzureichende Kompetenz.


Unternehmen zeigten sich engagiert

Karriereleiter

Wertschöpfung steht den Kosten gegenüber

Die zahlreiche Ankunft von Migranten und Flüchtlingen in der Bundesrepublik wird u.a. von einigen Wirtschaftsinstituten und von der Bundesregierung als eine "Bereicherung" für den deutschen Arbeitsmarkt begrüßt. Diverse Statistiken sollten belegen, dass die Ankömmlinge über eine teils sehr hohe Qualifikation und hochwertige Schuldabschlüsse verfügten. Die OECD kam zum Ergebnis, dass zahlreiche Migranten für ihre Tätigkeiten überqualifiziert seien.

Die Frage, warum Flüchtlinge mit einem berechtigten Asylstatus in den Arbeitsmarkt integriert werden und quasi Fuß fassen sollen, wo deren Aufenthaltsberechtigung in Abhängigkeit zu den Bedingungen ihres Heimatlandes steht, wurde allerdings offiziell noch nie gestellt. Darüber hinaus scheint in der hiesigen Berichterstattung die Bezeichnung "Flüchtling" ohnehin eine Monopolstellung zu haben, völlig unabhängig davon, ob es sich um tatsächliche Schutzsuchende oder um Eingereiste mit bereits abgelehntem Asylantrag handelt.

Eine Integration in den deutschen Arbeitsmarkt setzt in den einzelnen Tätigkeitsfeldern eine entsprechende Qualifikation voraus. Darüber hinaus müssen die Unternehmen auch bereit sein, einen Asylanten bzw. Migranten mit Aufenthaltstitel einzustellen. Das haben offenbar bereits zahlreiche Firmen getan, so die Feststellung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) in einer Studie.

Demnach seien in ca. 10 Prozent der Unternehmen inzwischen Flüchtlinge mit einer regulären Beschäftigung angestellt. Beinahe ein Viertel aller Unternehmen beschäftigte derzeit Geflüchtete oder hat es in den vergangenen drei Jahren getan, so das IW. Das Institut befragte für diese Studie 1.000 Unternehmen.

Die Firmen zeigten Bereitschaft, ihr Engagement für die Einstellung weiterer Flüchtlinge auszubauen. Ein Drittel plane noch für 2017 die Einstellung von Flüchtlingen. Unternehmen, die bereits einen Flüchtling beschäftigten, zeigten mit anteilig 66 Prozent eine weitaus höhere Bereitschaft, einen weiteren einzustellen, als die Firmen ohne bisherige Erfahrungen (25 %).

Als das größte Hindernis für die erfolgreiche Einstellung von Flüchtlinge sehen die Unternehmen mangelnde Kenntnisse in der deutschen Sprache. Eine nicht ausreichende Kompetenz nannten 65 Prozent der befragten Unternehmen als ein Problem.

Öffentliche Förderprogramme werden von den Firmen zu wenig genutzt oder seien bei zahlreichen Unternehmen gar nicht bekannt. Lediglich vier von zehn Firmen kennen lt. IW die berufsbezogene Deutschförderung und drei von zehn Firmen die Einstiegsqualifizierung, angeboten von der Bundesagentur für Arbeit.

Derzeit sind für das Jahr 2017 knapp 20 Milliarden Euro für die Bewältigung Migrations- und Flüchtlingskosten veranschlagt. Ob dieser aus Steuergeldern finanzierte Brocken durch die Wertschöpfung der erfolgreich integrierten Zugewanderten wieder hereingeholt werden kann, steht auf einem anderen Blatt.



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