Montag, den 23. Oktober 2017

Einkommensentwicklung: Geringverdiener sind die Verlierer


Armut & Ausgrenzung -

Geringverdiener verdienen immer weniger und Gutverdiener verdienen immer mehr. Die Einkommensungleichheit in der Bundesrepublik ist in den vergangenen Jahren weiter angestiegen. Ebenso der Anteil der Menschen unterhalb der Schwelle zur Armutsgefährdung.


Einkommensschere geht beschleunigt auseinander

Heisse Kartoffel

Geringverdiener mussten Verluste hinnehmen

Das Einkommen der Bundesbürger ist im Jahr 2014 aufgrund der wirtschaftlich guten Entwicklung angestiegen. Dies gilt jedoch für das gesamte Bild. Menschen mit einem geringen Einkommen mussten jedoch kürzer treten. Dies fand das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin (DIW) heraus. Das Studienergebnis liegt exklusiv der F.A.Z. vor.

Demnach gebe es seit geraumer Zeit "Anzeichen dafür", dass im Bezug auf das verfügbare Einkommen wieder eine ansteigende Ungleichheit eintrat. Das verfügbare Einkommen deutscher Haushalte sei im Jahr 2014 gegenüber dem Vorjahr deutlich angestiegen. Das zeigten die Befragungsdaten des Sozio-oekonomischen Panels. Für den Durchschnitts-Haushalt stieg das Einkommen im Jahr 2014 um 163 auf 22.607 Euro an. Das mittlere Einkommen (Median) stieg ebenfalls an. Ein Hinweis, dass nicht nur die Besserverdiener zugewonnen haben, sondern auch die mittleren Einkommensschichten. Das Einkommen am oberen sowie unteren Rand schmolz im Jahr 2014 jedoch etwas ab.

Preisbereinigt sei das Einkommen lt. DIW-Forscher seit dem Jahr 1991 um 12 Prozent gestiegen. In diesem Zeitraum profitierten die reichsten 10 Prozent mit einem Einkommenszuwachs um 27 Prozent am deutlichsten. Im gleichen Zeitabschnitt mussten die Haushalte mit einem geringen Einkommen einen Verlust von real 8 Prozent hinnehmen.

Der Rückgang bei den einkommensschwachen Haushalten liege vor allem an der Ausweitung der sog. atypischen Beschäftigung. In den Jahren 2000 bis 2005 sei die "Schere" zwischen Arm und Reich besonders weit auseinandergegangen. Im Anschluss fiel das Auseinanderdriften geringer aus. Die Differenz steige seit dem Jahr 2009 jedoch wieder beschleunigt an.

Der Anteil der von Armut bedrohten Menschen sei ebenfalls angestiegen. Im Jahr 2014 haben lt. DIW fast 16 Prozent der Bevölkerung unter der Schwelle des Armutsrisikos gelegen und damit über weniger als 60 Prozent des mittleren Haushaltsnettoeinkommens verfügt. In den 90-ern lag der Anteil bei rund 11 Prozent.



Bild: CC0 1.0 Universell

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