Dienstag, den 17. Oktober 2017

Einigung zwischen Griechenland und Gläubigern in Sicht


Griechenlandkrise -

Die nächste Tranche aus dem dritten Kreditpaket für Griechenland könnte schon bald freigegeben werden. Zwischen Griechenland und den Gläubigern zeichnet sich eine Einigung ab.


Gläubiger stecken zurück und gewähren Erleichterungen

Euro Krise

Griechenland braucht weitere Milliarden

Die Nachricht über eine unmittelbar bevorstehende Übereinkunft zwischen Athen und den Gläubigern mutet wie der erfolgreiche Abschluss einer weiteren Etappe auf dem langen Weg bis zur letzten Schuldenrate an. Griechenland und die Euro-Partner seien lediglich nur "ein Haaresbreite von einer Einigung entfernt", so der SPIEGEL (Samstag) unter Berufung auf eines "hochrangigen griechischen Verhandlungsteilnehmers".

Die Bundesregierung sei demnach bereit, Griechenland noch vor 2018 weitere Erleichterungen bei den Schulden zuzusprechen. Im Gespräch seien Erleichterungen durch Verlängerung der Kreditlaufzeit und "Anpassungen" bei den Zinsen. Die Bundesregierung hält demnach nicht mehr daran fest, dass Griechenland in den kommenden zehn Jahren jeweils einen Primärüberschuss von 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erreichen müsse.

Damit würden die bisherigen Forderungen der Gläubiger bzw. Gläubiger-Vertreter ad acta gelegt. Athen wolle dafür die sofortige Umsetzung "umstrittener Reformen" einleiten.


Schuldenerleichterung für zusätzliche Schulden

Griechenland ist ohnehin außer Stande, den bereits angehäuften Schuldenberg abzutragen. Der Überschuss von 3,5 Prozent der Wirtschaftsleistung ist nach der Zerlegung der griechischen Wirtschaft ein Fantasie-Wert und beinhaltet nicht den Zinsanteil der zu leistenden Ratenzahlungen für die bisherigen sogenannten Hilfsgelder.

Das aktuelle Gezerre zwischen Athen und den sich gerne selbst genannten Geldgebern hat lediglich das Ziel, den Weg für die nächste Tranche aus dem dritten Kreditpaket von bis zu 86 Milliarden Euro zu bereiten. Unterm Strich werden Erleichterungen für die alten Kredite gewährt, damit ein zusätzlicher ausgezahlt werden könne.

Zinserleichterungen schlagen sich nicht in der Berechnung der Mindestanforderungen zur Wirtschaftsleistung nieder. Eine Streckung der Rückzahlungszeit beinhaltet nicht den Ausgleich der Inflation und kommt somit einem Schuldenschnitt gleich. Wenn der SPIEGEL betont, dass "Deutschland" weitere Schuldenerleichterungen schlucken müsse, sind damit eigentlich die Steuerzahler gemeint.



GD Star Rating
loading...
  Relevante Berichte zum Thema - Das könnte Sie interessieren

IWF beharrt auf Schuldenschnitt für Griechenland
IWF beharrt auf Schuldenschnitt für Griechenland

Griechenlandkrise - Der Internationale Währungsfonds und die Bundesregierung stehen in der Frage des Schuldenschnitts für Griechenland nach wie vor auf gegensätzlichen Standpunkten.... 

Griechenland Parlament akzeptiert weitere Rentenkürzungen
Griechenland Parlament akzeptiert weitere Rentenkürzungen

Griechenlandkrise - Das Parlament Griechenlands hat die von Kreditgebern geforderten Steuererhöhungen und Rentenkürzungen zur Freigabe weiterer Gelder aus dem "Rettungspaket"... 

Zeit für Griechenland und Bundesregierung wird knapp
Zeit für Griechenland und Bundesregierung wird knapp

Griechenlandkrise - Die Zeit für Griechenland und Bundesregierung wird knapp. Auf der einen Seite geht wieder das Geld aus. Auf der anderen Seite sitzen die Gläubiger im Nacken... 

Griechenlands Wirtschaft ist im Jahr 2016 geschrumpft
Griechenlands Wirtschaft ist im Jahr 2016 geschrumpft

Griechenlandkrise - Die Wirtschaft Griechenlands schrumpfte im Jahr 2016 um "nur" 0,05 Prozent. Eine Erfolgsmeldung. Die Prognosen gingen von 0,5 Prozent aus. Im letzten Quartal... 


  Weitere Artikel aus dem gleichen Themenbereich

Fed weicht Kriterien für Zinsanhebung auf
Fed weicht Kriterien für Zinsanhebung auf

US-Konjunktur - Die US-Notenbank Federal Reserve weicht die selbst gesetzten Kritieren für eine weitere Zinsanhebung auf. Nachdem der Währungshüter keine Erklärung für... 

Zwangsabgabe finanziert Traumgehälter bei Öffentlich-Rechtlichen
Zwangsabgabe finanziert Traumgehälter bei Öffentlich-Rechtlichen

Zwangsgelder - Traumgehälter bei den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. Derlei hohe Einkommen sorgen offenbar für die erwünschte Linientreue besonders in der Abteilung... 

DIW hält starke Zuwanderung für dringend erforderlich
DIW hält starke Zuwanderung für dringend erforderlich

Arbeitsmarkt - Die verstärkte Zuwanderung von Menschen in die Bundesrepublik werde nicht nur Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt haben, sondern sei lt. DIW sogar dringend... 

2. Quartal 2017: Rekord-Beschäftigtenzahl – Geringe Qualität
2. Quartal 2017: Rekord-Beschäftigtenzahl – Geringe Qualität

Konjunktur - Erneut stieg die Zahl der Beschäftigten auf ein neues Rekordhoch. Im zweiten Quartal stieg die Erwerbstätigenzahl auf mehr als 44 Millionen Menschen. Über die... 

Ihre Meinung zählt! - Ein paar Zeilen von Ihnen sind uns sehr viel wert.

Wenn Sie zum Thema gerne etwas ergänzen wollen, inhaltliche Fehler entdecken oder völlig anderer Meinung sind: Kurze Sätze sind ebenso willkommen wie "halbe Romane".
Bitte die Netiquette beachten (Regeln)