Montag, den 11. Dezember 2017

DIW hält starke Zuwanderung für dringend erforderlich


Arbeitsmarkt -

Die verstärkte Zuwanderung von Menschen in die Bundesrepublik werde nicht nur Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt haben, sondern sei lt. DIW sogar dringend erforderlich.


Ohne Zuwanderung steige Arbeitskraftmangel stark an

Industrie

Ohne Zuwanderung drohe Arbeitskraftmangel

Die in der Bundesrepublik ansässigen Arbeitgeber werden in den kommenden Jahren immer mehr mit Arbeitkraftmangel geplagt sein. Bis zum Jahr 2040 drohe ein Rückgang des Potenzials an Erwerbstätigen um rund sieben Millionen Menschen, so eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) lt. Handelsblatt. Gegen diese Entwicklung helfe lediglich das Hereinholen von ausländischen Arbeitskräften.

Wenn die aktuelle Erwerbsquote von ca. 71 Prozent aufgrund ausbleibender Einwanderung stagnierte fehlten demnach im Jahr 2040 rund 9,5 Millionen Arbeitskräfte. Sollten pro Jahr netto 200.000 Menschen in die Bundesrepublik einwandern, würden immer noch ca. 6 Millionen Arbeitskräfte fehlen. Bliebe der Anstieg der Einwanderungsquote wie in den vergangenen 5 Jahren stabil, würde der drohende Arbeitnehmermangel kompensiert werden. Diese "günstigste Entwicklung" sei allerdings unwahrscheinlich.

Das DIW hält eine Entwicklung wie in der Schweiz als das wahrscheinlichste Szenario. Die Erwerbsquote liege dort bei 75,6 Prozent und somit um 4,5 Punkte höher als in der Bundesrepublik. Die Erwerbsquote müsse bis 2040 auf das Niveau in der Schweiz angehoben werden, damit "würde sich das Erwerbspersonenpotenzial bis 2040 um sieben Millionen Personen verringern", so das DIW. Kämen pro Jahr 200.000 mehr Zuwanderer als Abwanderer, dann würden 2040 nach wie vor 2,4 Millionen Erwerbstätige fehlen.

"Deutschland wird künftig mehr oder minder stark auf Zuwanderung angewiesen sein", resümiert Karl Brenke vom DIW.



GD Star Rating
loading...
  Relevante Berichte zum Thema - Das könnte Sie interessieren

DIW fordert arbeiten bis 70 – „Sonst ist gesetzliche Rente nicht nachhaltig“
DIW fordert arbeiten bis 70 – „Sonst ist gesetzliche Rente nicht nachhaltig“

Rentenversorgung - Der DIW sieht eine längere Arbeitszeit über die 67 Jahre hinaus als unumgänglich an. Ab 2030 müssten die Arbeitnehmer erst ab 70 in die Renten gehen,... 

Ökonomen sind uneins zu Deutschlands Vermögensverteilung
Ökonomen sind uneins zu Deutschlands Vermögensverteilung

Vermögen - Die aktuellen Zahlen zu den Armuts- und Reichtumsverhältnissen in Deutschland sorgen für Diskussionen. Die Ökonomen des IW Köln sprechen von einem Rückgang... 

Bild: CC0 1.0 Universell
Vermögensungleichgewicht in Deutschland extremer als angenommen
Vermögensungleichgewicht in Deutschland extremer als angenommen

Vermögen - Deutschlands Bewohner horten immer mehr Vermögen, trotz der anhaltenden Finanzkrise. Das bisher festgestellte Ungleichgewicht in der Vermögensverteilung scheint... 

Bild: CC0 1.0 Universell
DIW: Deutsches Privatvermögen geschrumpft statt angewachsen
DIW: Deutsches Privatvermögen geschrumpft statt angewachsen

Geld - Das Nettogeldvermögen der Deutschen ist laut der Deutschen Bundesbank auch im vergangenen Jahr deutlich angestiegen, auf rund 3,4 Billionen Euro. Doch mit Blick auf... 

Bild: CC0 1.0 Universell

  Weitere Artikel aus dem gleichen Themenbereich

Anstieg Erwerbstätigenzahl im 3. Quartal 2017
Anstieg Erwerbstätigenzahl im 3. Quartal 2017

Konjunktur - Die Zahl der Erwerbstätigen stieg bis zum Ende drittes Quartal 2017 auf rund 44,5 Millionen Menschen. Zugpferd war vor allem die Dienstleistungssparte im öffentlichen... 

Fed weicht Kriterien für Zinsanhebung auf
Fed weicht Kriterien für Zinsanhebung auf

US-Konjunktur - Die US-Notenbank Federal Reserve weicht die selbst gesetzten Kritieren für eine weitere Zinsanhebung auf. Nachdem der Währungshüter keine Erklärung für... 

Zwangsabgabe finanziert Traumgehälter bei Öffentlich-Rechtlichen
Zwangsabgabe finanziert Traumgehälter bei Öffentlich-Rechtlichen

Zwangsgelder - Traumgehälter bei den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. Derlei hohe Einkommen sorgen offenbar für die erwünschte Linientreue besonders in der Abteilung... 

2. Quartal 2017: Rekord-Beschäftigtenzahl – Geringe Qualität
2. Quartal 2017: Rekord-Beschäftigtenzahl – Geringe Qualität

Konjunktur - Erneut stieg die Zahl der Beschäftigten auf ein neues Rekordhoch. Im zweiten Quartal stieg die Erwerbstätigenzahl auf mehr als 44 Millionen Menschen. Über die... 

Ihre Meinung zählt! - Ein paar Zeilen von Ihnen sind uns sehr viel wert.

Wenn Sie zum Thema gerne etwas ergänzen wollen, inhaltliche Fehler entdecken oder völlig anderer Meinung sind: Kurze Sätze sind ebenso willkommen wie "halbe Romane".
Bitte die Netiquette beachten (Regeln)