Samstag, den 24. Juni 2017

Demografischer Wandel bremst Wirtschaftswachstum aus


Konjunktur -

Der demografische Wandel in der Bundesrepublik könnte lt. Deutscher Bundesbank negative Auswirkungen auf das künftige Wirtschaftswachstum haben. Selbst die gegenwärtige Zuwanderung könne die Entwicklung nicht aufhalten.


"Erwerbspersonenpotenzial" werde bis 2025 rückläufig sein

Geringverdiener

Weniger Arbeitseinheiten pro Mensch erwartet

Die Zahl der erwerbsfähigen Menschen im Alter zwischen 15 und 74 Jahren werde bis zum Jahr 2025 um fast 2,5 Millionen Menschen abnehmen. Diese Schrumpfung werde sich auch auf den Arbeitsmarkt auswirken, so die Deutsche Bundesbank im Monatsbericht 04/2017. Der Anteil der Älteren zwischen 55 und 74 Jahren werde im gleichen Zeitraum um 7 Prozentpunkte auf rund 40 Prozent ansteigen.

Das Erwerbspersonenpotenzial werde im Jahr 2025 nach dem Basisszenario etwa so hoch ausfallen wie 2016. Bis 2021 dürfte das Erwerbspersonenpotenzial noch zunehmen, um im Anschluss deutlich zurückzugehen. Begründet sei diese Entwicklung durch das Ausscheiden der sog. "Baby-Boomer"-Generation, so die Bundesbank.

Die trendmäßige Wirtschaftsentwicklung werde durch die demografische Entwicklung beeinflusst. Die Ökonomen der Bundesbank gehen davon aus, dass das Produktionspotenzial der deutschen Wirtschaft in den folgenden Jahren deutlich weniger zunehmen wird als bisher. Das Potenzialwachstum lag im Mittel der Jahre 2001 bis 2016 bei fast 1,25 Prozent. Die Vorausberechnungen zeigten für die Jahre 2021 bis 2025 eine Potenzialzunahme um nur noch 0,75 Prozent pro Jahr. Grund dafür sei der demografisch bedingte Rückgang des Arbeitsvolumens.

Die Zuwanderung könne den Rückgang des Arbeitsangebotes nicht aufhalten. Nach Schätzungen der Bundesbank lag der Wanderungsüberschuss im Jahr 2016 bei rund 500.000 Menschen. Bis zum Jahr 2025 dürfte der Überschuss auf 200.000 Menschen pro Jahr zurückgehen. Somit kämen bis zum Jahr 2025 rund 2,5 Millionen Menschen in die Bundesrepublik. Das Erwerbspotenzial werde dadurch um fast 2 Millionen Menschen angehoben. Dennoch gebe es große Unsicherheiten. "Sollte die Zuwanderung nur halb so hoch ausfallen wie in der Basislinie unterstellt, setzt die Verringerung des Erwerbspersonenpotenzials bereits im Jahr 2020 ein. Kumuliert stünden dem Arbeitsmarkt bei zum Jahr 2025 etwa 1 Millionen Personen weniger zur Verfügung", so im Monatsbericht.

Selbst eine höhere Zuwanderung könne diese Entwicklung nicht aufhalten, sondern würde den Startpunkt des Rückgangs lediglich auf das Jahr 2023 verschieben.



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