Dienstag, den 17. Oktober 2017

Demografischer Wandel bremst Wirtschaftswachstum aus


Konjunktur -

Der demografische Wandel in der Bundesrepublik könnte lt. Deutscher Bundesbank negative Auswirkungen auf das künftige Wirtschaftswachstum haben. Selbst die gegenwärtige Zuwanderung könne die Entwicklung nicht aufhalten.


"Erwerbspersonenpotenzial" werde bis 2025 rückläufig sein

Geringverdiener

Weniger Arbeitseinheiten pro Mensch erwartet

Die Zahl der erwerbsfähigen Menschen im Alter zwischen 15 und 74 Jahren werde bis zum Jahr 2025 um fast 2,5 Millionen Menschen abnehmen. Diese Schrumpfung werde sich auch auf den Arbeitsmarkt auswirken, so die Deutsche Bundesbank im Monatsbericht 04/2017. Der Anteil der Älteren zwischen 55 und 74 Jahren werde im gleichen Zeitraum um 7 Prozentpunkte auf rund 40 Prozent ansteigen.

Das Erwerbspersonenpotenzial werde im Jahr 2025 nach dem Basisszenario etwa so hoch ausfallen wie 2016. Bis 2021 dürfte das Erwerbspersonenpotenzial noch zunehmen, um im Anschluss deutlich zurückzugehen. Begründet sei diese Entwicklung durch das Ausscheiden der sog. "Baby-Boomer"-Generation, so die Bundesbank.

Die trendmäßige Wirtschaftsentwicklung werde durch die demografische Entwicklung beeinflusst. Die Ökonomen der Bundesbank gehen davon aus, dass das Produktionspotenzial der deutschen Wirtschaft in den folgenden Jahren deutlich weniger zunehmen wird als bisher. Das Potenzialwachstum lag im Mittel der Jahre 2001 bis 2016 bei fast 1,25 Prozent. Die Vorausberechnungen zeigten für die Jahre 2021 bis 2025 eine Potenzialzunahme um nur noch 0,75 Prozent pro Jahr. Grund dafür sei der demografisch bedingte Rückgang des Arbeitsvolumens.

Die Zuwanderung könne den Rückgang des Arbeitsangebotes nicht aufhalten. Nach Schätzungen der Bundesbank lag der Wanderungsüberschuss im Jahr 2016 bei rund 500.000 Menschen. Bis zum Jahr 2025 dürfte der Überschuss auf 200.000 Menschen pro Jahr zurückgehen. Somit kämen bis zum Jahr 2025 rund 2,5 Millionen Menschen in die Bundesrepublik. Das Erwerbspotenzial werde dadurch um fast 2 Millionen Menschen angehoben. Dennoch gebe es große Unsicherheiten. "Sollte die Zuwanderung nur halb so hoch ausfallen wie in der Basislinie unterstellt, setzt die Verringerung des Erwerbspersonenpotenzials bereits im Jahr 2020 ein. Kumuliert stünden dem Arbeitsmarkt bei zum Jahr 2025 etwa 1 Millionen Personen weniger zur Verfügung", so im Monatsbericht.

Selbst eine höhere Zuwanderung könne diese Entwicklung nicht aufhalten, sondern würde den Startpunkt des Rückgangs lediglich auf das Jahr 2023 verschieben.



GD Star Rating
loading...
  Relevante Berichte zum Thema - Das könnte Sie interessieren

Kampagne für Bargeldabschaffung findet Fortsetzung
Kampagne für Bargeldabschaffung findet Fortsetzung

Bargeldabschaffung - Die Kampagnen für die "zahlreichen Vorteile" des bargeldlosen, einfachen, komfortablen und schnellen Bezahlens finden eine Fortsetzung. Die Deutsche Bundesbank... 

Falschgeld-Aufkommen in Eurozone rückläufig
Falschgeld-Aufkommen in Eurozone rückläufig

Falschgeld - In der Bundesrepublik stieg das Falschgeld-Aufkommen geringfügig an. In der Eurozone ging die Anzahl der eingezogenen Blüten zurück. Der 20-er hat nach der Einführung... 

Bild: CC0 1.0 Universell
Vermögen Privathaushalte 1. Quartal 2016: Anstieg auf 5.339 Mrd €
Vermögen Privathaushalte 1. Quartal 2016: Anstieg auf 5.339 Mrd €

Privatvermögen - Die Privathaushalte in der Bundesrepublik sind in den ersten drei Monaten des Jahres 2016 um ein Stück reicher geworden. Das Geldvermögen der privaten Haushalten... 

Bild: CC0 1.0 Universell
Vernichtung 500-Euro-Schein könnte mehr als halbe Milliarde Euro kosten
Vernichtung 500-Euro-Schein könnte mehr als halbe Milliarde Euro kosten

Banknoten - Die Vernichtung des 500-Euro Scheins könnte ein richtig teures Vergnügen werden. Eine halbe Milliarde Euro dürfte nicht ausreichen. Am Ende hat der Steuerzahler... 

Bild: CC0 1.0 Universell

  Weitere Artikel aus dem gleichen Themenbereich

Fed weicht Kriterien für Zinsanhebung auf
Fed weicht Kriterien für Zinsanhebung auf

US-Konjunktur - Die US-Notenbank Federal Reserve weicht die selbst gesetzten Kritieren für eine weitere Zinsanhebung auf. Nachdem der Währungshüter keine Erklärung für... 

Zwangsabgabe finanziert Traumgehälter bei Öffentlich-Rechtlichen
Zwangsabgabe finanziert Traumgehälter bei Öffentlich-Rechtlichen

Zwangsgelder - Traumgehälter bei den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. Derlei hohe Einkommen sorgen offenbar für die erwünschte Linientreue besonders in der Abteilung... 

DIW hält starke Zuwanderung für dringend erforderlich
DIW hält starke Zuwanderung für dringend erforderlich

Arbeitsmarkt - Die verstärkte Zuwanderung von Menschen in die Bundesrepublik werde nicht nur Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt haben, sondern sei lt. DIW sogar dringend... 

2. Quartal 2017: Rekord-Beschäftigtenzahl – Geringe Qualität
2. Quartal 2017: Rekord-Beschäftigtenzahl – Geringe Qualität

Konjunktur - Erneut stieg die Zahl der Beschäftigten auf ein neues Rekordhoch. Im zweiten Quartal stieg die Erwerbstätigenzahl auf mehr als 44 Millionen Menschen. Über die... 

Ihre Meinung zählt! - Ein paar Zeilen von Ihnen sind uns sehr viel wert.

Wenn Sie zum Thema gerne etwas ergänzen wollen, inhaltliche Fehler entdecken oder völlig anderer Meinung sind: Kurze Sätze sind ebenso willkommen wie "halbe Romane".
Bitte die Netiquette beachten (Regeln)