Montag, den 23. Oktober 2017

Bundesbank beschleunigt Gold-Rückholaktion


Goldreserven -

Die Deutsche Bundesbank beschleunigt offenbar die Rückholung der geplanten Menge der Goldreserven aus dem Ausland. Das Soll aus den Lagerstätten der US-Notenbank Fed sei bald erfüllt und die Goldbarren in den Lagern Frankreichs sollen noch in diesem Jahr geleert sein.


Bundesbank legt bei Gold-Rückholung einen Zahn zu

Goldbarren

Gold kehrt schneller nach Frankfurt zurück

Der Rücktransport der Goldreserven der Deutschen Bundesbank scheint beschleunigt zu werden. Der angesetzte Termin, bis 2020 die geplante Goldmenge in die Tresore der Bundesbank eingelagert zu haben, könnte zu einem früheren Zeitpunkt erfüllt werden.

Im Jahr 2013 begann die Bundesbank mit der Planung bzw. Durchführung der Rückholaktion von der Hälfte der im Ausland gelagerten Goldreserven. Aus den Lagern der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) sollen demnach 300 Tonnen und aus dem Einzugsbereich der Notenbank Frankreichs 374 Tonnen zurückgeholt werden. Die vollständige Goldverlagerung aus Paris solle noch in diesem Jahr abgeschlossen werden, so lt. Spiegel Online Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele.

Die Bundesbank verfügt über insgesamt ca. 3378 Tonnen Gold. Zumindest auf dem Papier und dies verteilt auf Frankfurt am Main, New York, Paris und London. Der anteilige Goldbeständ in der britischen Hauptstadt soll verbleiben wie er ist.

Das vermeintlich freiwillige Überlassen der Goldreserven an den ausländischen Notenbanken basiert auf "Gutglauben". Eine Kontrolle vor Ort fand über Jahrzehnte nicht statt. Ein Umstand, der u.a. vom Bundesrechnungshof kritisiert wurde und zur eingeleiteten Gold-Rückholaktion beitrug. Letztlich begründete die Bundesbank die Heimholung der Goldreserven als eine Maßnahme des Vertrauens.

Der Goldbestand der Bundesbank betrug im Jahr 1951 24,5 Tonnen und wurde in London aufbewahrt. Bis zum Jahr 1971 baute die Bundesbank ihre Goldreserve auf knapp 3.591 Tonnen aus. Die bisherigen Exportüberschüsse wurden in "Gold aufgewogen". In diesem Jahr stiegen die USA einseitig aus dem Bretton-Woods-System (Bindung US-Dollar an Gold) aus. Und seither stoppte mit einem Schlag auch der weitere Ausbau der Goldreserven der Deutschen Bundesbank. Das wirft automatisch die Frage auf, auf welchem Weg die weiteren Exportüberschüsse bilanziert wurden. Seit 1971 betragen alle Handelsbilanzüberschüsse zusammen rund 19 Billionen Euro.

Auffällig ist nun die beschleunigte Rückholaktion der Bundesbank, obwohl der Plan bis 2020 erst nach längerem Zögern und schleppenden Diskussionen umgesetzt wurde. Die bisherige Begründung, es könne aus rein logistischen Möglichkeiten kein früherer Zeitpunkt möglich sein, wäre damit hinfällig.



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