Sonntag, den 20. August 2017

Bundesbank beschleunigt Gold-Rückholaktion


Goldreserven -

Die Deutsche Bundesbank beschleunigt offenbar die Rückholung der geplanten Menge der Goldreserven aus dem Ausland. Das Soll aus den Lagerstätten der US-Notenbank Fed sei bald erfüllt und die Goldbarren in den Lagern Frankreichs sollen noch in diesem Jahr geleert sein.


Bundesbank legt bei Gold-Rückholung einen Zahn zu

Goldbarren

Gold kehrt schneller nach Frankfurt zurück

Der Rücktransport der Goldreserven der Deutschen Bundesbank scheint beschleunigt zu werden. Der angesetzte Termin, bis 2020 die geplante Goldmenge in die Tresore der Bundesbank eingelagert zu haben, könnte zu einem früheren Zeitpunkt erfüllt werden.

Im Jahr 2013 begann die Bundesbank mit der Planung bzw. Durchführung der Rückholaktion von der Hälfte der im Ausland gelagerten Goldreserven. Aus den Lagern der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) sollen demnach 300 Tonnen und aus dem Einzugsbereich der Notenbank Frankreichs 374 Tonnen zurückgeholt werden. Die vollständige Goldverlagerung aus Paris solle noch in diesem Jahr abgeschlossen werden, so lt. Spiegel Online Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele.

Die Bundesbank verfügt über insgesamt ca. 3378 Tonnen Gold. Zumindest auf dem Papier und dies verteilt auf Frankfurt am Main, New York, Paris und London. Der anteilige Goldbeständ in der britischen Hauptstadt soll verbleiben wie er ist.

Das vermeintlich freiwillige Überlassen der Goldreserven an den ausländischen Notenbanken basiert auf "Gutglauben". Eine Kontrolle vor Ort fand über Jahrzehnte nicht statt. Ein Umstand, der u.a. vom Bundesrechnungshof kritisiert wurde und zur eingeleiteten Gold-Rückholaktion beitrug. Letztlich begründete die Bundesbank die Heimholung der Goldreserven als eine Maßnahme des Vertrauens.

Der Goldbestand der Bundesbank betrug im Jahr 1951 24,5 Tonnen und wurde in London aufbewahrt. Bis zum Jahr 1971 baute die Bundesbank ihre Goldreserve auf knapp 3.591 Tonnen aus. Die bisherigen Exportüberschüsse wurden in "Gold aufgewogen". In diesem Jahr stiegen die USA einseitig aus dem Bretton-Woods-System (Bindung US-Dollar an Gold) aus. Und seither stoppte mit einem Schlag auch der weitere Ausbau der Goldreserven der Deutschen Bundesbank. Das wirft automatisch die Frage auf, auf welchem Weg die weiteren Exportüberschüsse bilanziert wurden. Seit 1971 betragen alle Handelsbilanzüberschüsse zusammen rund 19 Billionen Euro.

Auffällig ist nun die beschleunigte Rückholaktion der Bundesbank, obwohl der Plan bis 2020 erst nach längerem Zögern und schleppenden Diskussionen umgesetzt wurde. Die bisherige Begründung, es könne aus rein logistischen Möglichkeiten kein früherer Zeitpunkt möglich sein, wäre damit hinfällig.



GD Star Rating
loading...
  Relevante Berichte zum Thema - Das könnte Sie interessieren

Gold-Terminmarkt: Großspekulanten legten kräftig zu
Gold-Terminmarkt: Großspekulanten legten kräftig zu

Goldmarkt Juli 2017 - Zum ausklingenden Juli zeigten sich die spekulativen Goldmarktteilnehmer äußerst optimistisch. Am Terminmarkt legten die "Nicht-Kommerziellen" auf ihre... 

Gold profitiert von Schwächen der „Konkurrenz-Märkte“
Gold profitiert von Schwächen der „Konkurrenz-Märkte“

Goldmarkt Juni 2017 - Der Goldpreis profitiert klar von den Schwächen der "Konkurrenz-Märkte" Öl, Aktien und Devisen. Für einen nachhaltigen Auftrieb dürfte es allerdings... 

Goldmarktteilnehmer verloren etwas an Lust
Goldmarktteilnehmer verloren etwas an Lust

Goldmarkt Juni 2017 - Die Lust auf mehr ist bei den spekulativen Goldmarktteilnehmern offenbar etwas abhanden gekommen. Der Optimismus ließ in der Woche zu Mitte Juni merklich... 

Teilnehmer Gold-Terminmarkt Ende Mai optimistischer
Teilnehmer Gold-Terminmarkt Ende Mai optimistischer

Goldmarkt Juni 2017 - Zum Ende des Monats Mai zeigten die spekulativen Goldmarkt-Teilnehmer eine weitere Portion mehr Zuversicht. Lediglich die Teilnehmer bei der Abteilung... 


  Weitere Artikel aus dem gleichen Themenbereich

2. Quartal 2017: Rekord-Beschäftigtenzahl – Geringe Qualität
2. Quartal 2017: Rekord-Beschäftigtenzahl – Geringe Qualität

Konjunktur - Erneut stieg die Zahl der Beschäftigten auf ein neues Rekordhoch. Im zweiten Quartal stieg die Erwerbstätigenzahl auf mehr als 44 Millionen Menschen. Über die... 

Eurozone & EU: BIP im 2. Quartal 2017 moderat gewachsen
Eurozone & EU: BIP im 2. Quartal 2017 moderat gewachsen

Konjunktur - Moderates Wirtschaftswachstum innerhalb der Eurozone und in der EU im zweiten Quartal 2017. In beiden Wirtschaftszonen stieg das jeweilige Bruttoinlandsprodukt... 

EZB knackt mit Anleihekaufprogramm die 2-Billionen-Marke
EZB knackt mit Anleihekaufprogramm die 2-Billionen-Marke

Geldpolitik - Die Europäische Zentralbank knackte mit ihrem Anleihekaufprogramm die Marke von 2 Billionen Euro. Das Ende der Fahnenstange ist dadurch planmäßig noch nicht... 

Zombie-Unternehmen von EZB-Geldpolitik abhängig
Zombie-Unternehmen von EZB-Geldpolitik abhängig

Buro-Krise - Sollte die Europäische Zentralbank ihre ultralockere Geldpolitik einstellen, sind vor allem die stark belasteten Unternehmen vor dem Zusammenbruch gefährdet.... 

Ihre Meinung zählt! - Ein paar Zeilen von Ihnen sind uns sehr viel wert.

Wenn Sie zum Thema gerne etwas ergänzen wollen, inhaltliche Fehler entdecken oder völlig anderer Meinung sind: Kurze Sätze sind ebenso willkommen wie "halbe Romane".
Bitte die Netiquette beachten (Regeln)