Freitag, den 27. April 2018

BDI: Hohes Exportvolumen ist Vorteil für Europa


Wirtschaft -

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) bezeichnet das hohe Exportvolumen der deutschen Exportunternehmen als einen Vorteil für Europa. Die Länder profitierten von der Exportstärke.


Mehr Export generiere mehr Ausfuhren der anderen Länder

Karriereleiter

Deutsche 'Exportwut' sei für alle gut

Das Exportvolumen der deutschen Industrie ist in den vergangenen Jahren stets angewachsen und hat im Jahr 2016 mit gut 1,2 Billionen Euro einen neuen Höhepunkt erreicht.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie sieht im hohen Exportvolumen keinerlei Probleme. Im Gegenteil. Europa profitiere von der deutschen Exportstärke, so die Stellungnahme des BDI am Mittwoch, anlässlich der Vorstellung des EU-Länderberichts. Demnach bringe jeder Euro an Exporten 90 Cent höhere Vorleistungseinfuhren in die Bundesrepublik, so BDI-Präsident Dieter Kempf. Die EU-Länder führten im letzten Jahr Waren im Wert von über 700 Milliarden Euro in die Bundesrepublik ein.

"Internationale Ungleichgewichte lassen sich nicht auf Knopfdruck beseitigen", so Kempf.

Die Unternehmen halten sich lt. Kempf aufgrund der globalen wirtschaftlichen Unsicherheiten mit Investitionen und die alternde Bevölkerung mit Konsumausgaben zurück. In einer solchen Situation müsse "die Politik europaweit die Bedingungen für öffentliche und private Investitionen verbessern". Der BDI-Präsident hält weniger Bürokratie, Vorrang für den digitalen Markt und den Energiebinnenmarkt sowie mehr Mittel für Verkehrsinfrastruktur als die geeigneten Mittel.


Beiläufig erwähntes Ungleichgewicht ist enorm

Der BDI-Präsident scheint dem eher beiläufig erwähnten Ungleichgewicht keine große Rolle beizumessen. Mit dem Anwachsen des Exportvolumens kletterte gleichzeitig der Handelsbilanzüberschuss in die Höhe. Im Jahr 2016 betrug der Export-Überschuss rund 253 Milliarden Euro, ebenfalls ein neuer Rekord. Diese Überschüsse wurden von den Arbeitnehmern generiert und kommen einem Export des Kapitals ins Ausland gleich.

Das sog. Auslandsvermögen kletterte zum Stand Ende 2015 auf rund 7,9 Billionen Euro hoch. Das sind gleichzeitig die Schulden der abnehmenden Länder. Diese tauschten die produktiv erzeugte Waren in "Schuldscheine" ein. Innerhalb des Eurosystems lässt sich das Ungleichgewicht am Target-2 ablesen. Hier ist für die Bundesrepublik inzwischen ein Betrag von rund 790 Milliarden Euro (Stand Januar 2017) angeschrieben.



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