Dienstag, den 12. Dezember 2017

2. Quartal 2017: Rekord-Beschäftigtenzahl – Geringe Qualität


Konjunktur -

Erneut stieg die Zahl der Beschäftigten auf ein neues Rekordhoch. Im zweiten Quartal stieg die Erwerbstätigenzahl auf mehr als 44 Millionen Menschen. Über die Qualität der Arbeitsplätze sagen diese Zahlen jedoch nichts aus.


Dienstleistungssektor mit höchsten Zuwächsen

Büroschlaf

In BRD immer mehr prekär Beschäftigte

In den ersten drei Monaten in 2017 stieg die Zahl der Erwerbstätigen gegenüber dem ersten Quartal im Vorjahr auf 43,7 Millionen Menschen. Ein Plus um 638.000 Erwerbstätigen, so die Statistikbehörde Destatis.

Mit den neuesten Zahlen zum zweiten Quartal stellte die deutsche Wirtschaft in der Beschäftigtenzahl einen neuen Rekord auf. In den Monaten April bis Juni stieg die Zahl der Erwerbstätigen auf 44,2 Millionen Menschen an, ein Plus von 1,5 Prozent bzw. 664.000 Menschen gegenüber dem gleichen Vorjahresquartal. Gegenüber dem ersten Quartal liegt der Zuwachs bei 1,1 Prozent bzw. 475.000 Menschen.

Lt. Destatis sei der Anstieg der Erwerbstätigenzahl stärker angestiegen als im 5-Jahres-Durchschnitt. Der hohe Anstieg der Beschäftigten sei vor allem dem Dienstleistungssektor zu verdanken. In der Sparte Gesundheit, Erziehung und öffentliche Dienstleister kletterte die Zahl der Erwerbstätigen um 2,1 Prozent bzw. um 224.000 Beschäftigte nach oben. Die Unternehmen sorgten im Dienstleistungsbereich für einen Zuwachs von 2,6 Prozent bzw. 153.000 Menschen, gefolgt von Verkehr, Gastgewerbe und Handel mit 1,3 Prozent bzw. 130.000 Erwerbstätigen.


Viele Arbeitsstellen, aber nur für "Hungerlöhne"

Über die Qualität der Beschäftigungsverhältnisse sagen die neuesten Destatis-Zahlen jedoch nichts aus. Die Anzahl der sog. prekär bzw. geringfügig Beschäftigten stieg in der Bundesrepublik in den vergangenen Jahren rasant an. Niedriglohnsektor, Leiharbeit, Mini-Jobs und befristete Arbeitsverhältnisse mit entsprechend geringem Einkommen betreffen immer mehr Arbeitnehmer. Lt. dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) ist bereits rund jeder dritte Arbeitnehmer von einer solchen "atypischen" Arbeitsform betroffen.



GD Star Rating
loading...
  Relevante Berichte zum Thema - Das könnte Sie interessieren

Anstieg Erwerbstätigenzahl im 3. Quartal 2017
Anstieg Erwerbstätigenzahl im 3. Quartal 2017

Konjunktur - Die Zahl der Erwerbstätigen stieg bis zum Ende drittes Quartal 2017 auf rund 44,5 Millionen Menschen. Zugpferd war vor allem die Dienstleistungssparte im öffentlichen... 

DIW hält starke Zuwanderung für dringend erforderlich
DIW hält starke Zuwanderung für dringend erforderlich

Arbeitsmarkt - Die verstärkte Zuwanderung von Menschen in die Bundesrepublik werde nicht nur Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt haben, sondern sei lt. DIW sogar dringend... 

Dank Hartz IV: Erwerbstätig und dennoch arm
Dank Hartz IV: Erwerbstätig und dennoch arm

Arbeitsmarkt - Erwerbstätig und dennoch arm. In der Bundesrepublik fallen bzw. bleiben immer mehr Menschen unter der Armutsschwelle trotz einer Beschäftigung. Hartz IV zählt... 

Erwerbstätigenzahl im Mai 2017 auf Rekordhoch
Erwerbstätigenzahl im Mai 2017 auf Rekordhoch

Konjunktur - Die Zahl der Erwerbstätigen stieg im Mai 2017 lt. Destatis mit mehr als 44 Millionen Menschen auf den höchsten Wert seit dem Anschluss der neuen Bundesländer.... 


  Weitere Artikel aus dem gleichen Themenbereich

Anstieg Erwerbstätigenzahl im 3. Quartal 2017
Anstieg Erwerbstätigenzahl im 3. Quartal 2017

Konjunktur - Die Zahl der Erwerbstätigen stieg bis zum Ende drittes Quartal 2017 auf rund 44,5 Millionen Menschen. Zugpferd war vor allem die Dienstleistungssparte im öffentlichen... 

Fed weicht Kriterien für Zinsanhebung auf
Fed weicht Kriterien für Zinsanhebung auf

US-Konjunktur - Die US-Notenbank Federal Reserve weicht die selbst gesetzten Kritieren für eine weitere Zinsanhebung auf. Nachdem der Währungshüter keine Erklärung für... 

Zwangsabgabe finanziert Traumgehälter bei Öffentlich-Rechtlichen
Zwangsabgabe finanziert Traumgehälter bei Öffentlich-Rechtlichen

Zwangsgelder - Traumgehälter bei den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. Derlei hohe Einkommen sorgen offenbar für die erwünschte Linientreue besonders in der Abteilung... 

DIW hält starke Zuwanderung für dringend erforderlich
DIW hält starke Zuwanderung für dringend erforderlich

Arbeitsmarkt - Die verstärkte Zuwanderung von Menschen in die Bundesrepublik werde nicht nur Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt haben, sondern sei lt. DIW sogar dringend... 

Ihre Meinung zählt! - Ein paar Zeilen von Ihnen sind uns sehr viel wert.

Wenn Sie zum Thema gerne etwas ergänzen wollen, inhaltliche Fehler entdecken oder völlig anderer Meinung sind: Kurze Sätze sind ebenso willkommen wie "halbe Romane".
Bitte die Netiquette beachten (Regeln)