Mittwoch, den 13. Dezember 2017

100% für Schulz – SPD feiert sich selbst


Wahlkampf -

Die SPD-Delegierten wählten den Kanzlerkandidaten Martin Schulz zu 100 Prozent zu ihrem neuen SPD-Chef. Die Sozialdemokraten, Urheber der neu entstandenen und nun an den Pranger gestellten Ungerechtigkeiten, feiern sich selbst.


SPD-Wahlkampf spiegelt die ganze Absurdität wider

Parteien

Bunte Farben überdecken das Einheitsgrau

Fliegender Wechsel an der Führungsspitze der Bundes-SPD. Bundesaußenminister Sigmar Gabriel dankt als SPD-Chef ab und Kanzlerkandidat Martin Schulz folgt nach. Die 605 Delegierten wählten Schulz mit allen verfügbaren Stimmen zum neuen Chef. 100 Prozent für den neuen Hoffnungsträger der sog. Sozialdemokraten.

Sichtlich zufrieden gab sich Martin Schulz über den vollständigen Zuspruch in den eigenen Reihen. Es sei im eine Ehre Kanzlerkandidat und Parteivorsitzender zu sein. "Gemeinsam werden wir gewinnen und dieses Land gerechter machen. Es ist Zeit", so Schulz via Facebook.

Es bliebe lediglich die Frage zu klären, welche "Ungerechtigkeit" er aus der Welt schaffen wolle. Schulz thematisierte vor allem Teile der Agenda 2010 und hieraus ergäbe sich gleich die nächste Frage, wer der Urheber dieser von ihm angeprangerten Ungerechtigkeit ist.

Die SPD in Koalition mit den Grünen sind Urheber und Vollstrecker der Agenda 2010. Unter Kanzler Gerhard Schröder (SPD) unternahm die sich Sozialdemokraten nennende Partei einen bisher beispiellosen Abbau am Sozialsystem vor. Unter Bundesaußenminister Joschka Fischer (Grüne) sorgten die "Pazifisten" für den ersten militärischen Auslandseinsatz (Nato-Offensive) der Bundeswehr in der Nachkriegsgeschichte. Ein Militäreinsatz (Kosovokrieg), der darüber hinaus aufgrund Mangels eines Mandats des UNO-Sicherheitsrates als illegal bezeichnet werden kann. SPD und Grüne legten mit der Arbeitsmarktreform (inkl. Hartz IV) die Grundsteine für den heute noch immer aufstrebenden Niedriglohnsektor und mit der Zerstörung des gesetzlichen Rentensystems die Basis der zwangsläufig massenhaft eintretenden Altersarmut.

Und die Unionsparteien? Sie stellen sich heute vor Agenda 2010 und warnen davor, auch nur ein Quäntchen an diesem Regelwerk abzuändern.

Heute feiert sich die SPD selbst, wenn ihr offenbar aus Verzweiflung und Alternativlosigkeit zu 100 Prozent gewählter Chef Teile dieser neu entstandenen Ungerechtigkeit an den Pranger stellt. Absurd.



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